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Gegnervorstellung SV Darmstadt 98: Am Sonntag geht’s ans Böllenfalltor

07. Februar 2019 | Kategorie: FCH News

Am Sonntag, 10. Februar 2019, steht für das Team von Cheftrainer Frank Schmidt das erste Auswärtsspiel in diesem Jahr auf dem Spielplan. Diese Station führt den 1. FC Heidenheim 1846 zum Tabellenvierzehnten SV Darmstadt 98.

Historie
Der 22. Mai 1898 gilt als offizielles Gründungsdatum des SV Darmstadt 98. Damals hieß der Verein aus Hessen jedoch FK Olympia 1898 Darmstadt. Mit diesem Gründungsjahr gehört der Klub zu den Ältesten im deutschen Fußball. Durch die Fusion mit dem SC Darmstadt 1905 im Jahre 1919 folgte die Umbenennung in SV Darmstadt 1898. Damals war der Klub mit 1000 Mitgliedern der größte Sportverein Darmstadts. Als 1933 die NSDAP in Deutschland an die Macht kam, war der SV 98 der einzige Verein in Darmstadt, der seine Eigenständigkeit bewahren konnte. 1950 traten die Darmstädter erstmals in der höchsten deutschen Spielklasse, der Oberliga Süd, an. Lediglich ein Jahr später folgte der Abstieg in die zweithöchste Liga.

In den darauffolgenden Jahren etablierten sich die Hessen in der 2. Liga Süd und wurden 1973 Süddeutscher Fußballmeister. Anschließend schafften sie die Qualifikation für die 2. Liga. Der erste Aufstieg in die Bundesliga folgte fünf Jahre später. Dort konnten sich die Lilien jedoch nicht halten und stiegen sogleich wieder ab. Nach nur einer Spielzeit in der zweithöchsten Spielklasse schafften sie den sofortigen Wideraufstieg in die Bundesliga. Der Abstieg folgte jedoch erneut bereits nach einer Saison. 22 Jahre hielt sich Darmstadt im Profifußball, bevor sie 1993 in der Oberliga Hessen antreten mussten. Fünf Jahre später folgte sogar der Abstieg in die 4. Liga. Die Hessen konnten sich jedoch schnell erholen und stiegen nach nur einer Saison in die 3. Liga auf. Dort verbrachten sie vier Jahre, bevor es erneut in die Oberliga ging.

In der Saison 2003/04 holten sie mit 85 Punkten bis heute die höchste Punktzahl in der Ligageschichte der 3. Liga. Der erneute Abstieg in die Viertklassigkeit folgte 2007. Ein Jahr darauf schaffte Darmstadt den sofortigen Wiederaufstieg und 2011 die Qualifikation für die 3. Liga. In der Saison 2013/14 sicherte sich der SV 98 nach einer Niederlage (1:3) und einem Sieg (4:2) in der Relegation gegen Arminia Bielefeld nach 21 Jahren einen Platz in der 2. Liga. Anschließend gelang 2015 der direkte Durchmarsch in die höchste deutsche Spielklasse - nach 33 Jahren Abstinenz. Die Hessen hatten das niedrigste Budget und den kleinsten Kader. Der Abstieg folgte zwei Jahre später unter Cheftrainer Thorsten Frings. Einer der größten Erfolge der Hessen ist das Erreichen des Viertelfinals im DFB-Pokal in der Saison 1986/87.

Saison 2018/19
Für die Saison 2018/19 erhofften sich viele Fans, dass das Team um Cheftrainer Dirk Schuster den Schwung aus der Rückrunde der Vorsaison in die neue Runde mitnimmt. Das schien zu Beginn auch zu funktionieren, doch nachdem ein paar Spieltage ins Land gezogen waren, folgte eine etwas schwächere Phase. Dirk Schuster versuchte das kürzlich mit dem personellen Umbruch im Sommer zu erklären: „Mit Romain Brégerie und Dong-Won Ji mussten wir unter anderem zwei Leihspieler ersetzen, die eine enorme Qualität mitgebracht haben. Das hat am Anfang der neuen Saison sehr gut geklappt. Aber vielleicht haben wir uns da zu weit gewähnt. Denn dann kam die Durststrecke mit sechs Spielen ohne Sieg.“

Auch Darmstadt absolvierte in diesem Winter ein Trainingslager, um den kalten Bedingungen in der Heimat für eine Woche entfliehen zu können. Im spanischen El Saler trainierten die Darmstädter intensiv und trugen zwei Testspiele gegen den TSV 1860 München (1:0 Sieh) und den FC Rapperswil-Jona (0:0) aus. Noch während der Vorbereitung auf die Restrunde hatten die „Lilien“ dann den Abgang einer echten Vereinsikone zu verkraften: Aytac Sulu, mehrfacher Aufstiegsheld und ehemaliger Mannschaftskapitän, verließ den Verein auf eignen Wunsch und wechselte zu Samsunspor (3. Türkische Liga). Auch Orrin McKinze Gaines II (Leihe zum FSV Zwickau) verließ den Verein. Um die Abgänge zu kompensieren und die Mannschaft zusätzlich zu verstärken, verpflichtete der SV Darmstadt gleich fünf neue Spieler. Victor Palson (vom FC Zürich) und Christoph Moritz (vom Hamburger SV) sollen für mehr Stabilität im Mittelfeld sorgen. Der Linksaußen Sören Bertram und Patrick Hermann wurden von den Ligakonkurrenten FC Erzgebirge Aue und Holstein Kiel verpflichtet. Als Ersatz für den abgewanderten Abwehrchef Sulu holten die Blau-Weißen bekanntlich den ehemaligen FCH Profi Mathias Wittek, der einen Vertrag bis 2021 erhielt.

Der Trainer
Dirk Schusters Trainerkarriere begann interimsweise beim ASV Durlach, ehe er die Ausbildung zum Fußballlehrer in Köln absolvierte. 2009 übernahm der geborene Chemnitzer die Stuttgarter Kickers, mit denen er zur Saison 2012/13 in die 3. Liga aufstieg. Noch im selben Jahr wurde er auf der Waldau entlassen und übernahm den Trainerposten beim SV Darmstadt, mit dem er 2013/14 über die Relegation gegen Arminia Bielefeld in die 2. Bundesliga aufstieg. Dort gelang ihm in der Saison 2014/15 mit der Darmstädter Mannschaft als Tabellenzweiter der Durchmarsch in die Bundesliga. Im Juni 2016 unterzeichnete Dirk Schuster einen Dreijahresvertrag beim FC Augsburg, der ihn allerdings schon im Dezember freistellte. Am 11. Dezember 2017 kehrte er dann wieder ans Stadion am Böllenfalltor zurück.

Bisherige Duelle
Der 1. FC Heidenheim 1846 und Darmstadt 98 trafen in der Regionalliga, 3. Liga und 2. Bundesliga insgesamt zwölfmal aufeinander. FCH Cheftrainer Frank Schmidt, der bei allen zwölf Spielen an der Seitenlinie stand, sah seine Mannschaft dabei viermal siegreich vom Platz gehen, dreimal ging ein Dreier an die „Lilien“. In den restlichen sechs Spielen wurden die Punkte geteilt.

Stadion
Darmstadt 98 trägt seine Heimspiele im Merck-Stadion am Böllenfalltor aus.Das Stadion hat eine Kapazität von 17.468 Zuschauern. Es entstand nach der Fusion der beiden Darmstädter Sportvereine 1919 auf Wunsch des SV Darmstadt 1898. Zwei Jahre später wurde der Bau der Sportanlage genehmigt. Das Wort Böllen ist das südhessische Wort für Pappeln, welche an der Stelle des Stadions wuchsen. Der Verein musste das Stadion in den 1980er-Jahren aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten wegen der Stadionerweiterung und dem Bau einer Flutlichtanlage an die Stadt Darmstadt verkaufen.

Heute existieren 6312 überdachte Sitzplätze und 400 nicht überdachte. Der Stehplatzbereich bietet 3698 Personen einen überdachten Platz, 7058 Personen müssen unter freiem Himmel stehen. Das Darmstädter Chemie- und Pharma-Unternehmen Merck KGaA hat sich im Juli 2014 die Namensrechte am Stadion für fünf Jahre gesichert und zahlt dafür jährlich 300.000 Euro. In der Bundesligasaison 2016/17 verzichtete Merck auf seine Namensrechte um dem 2016 an Krebs gestorbenen Darmstadt-Fan Jonathan Heimes zu gedenken. Das Stadion wurde für die Spielzeit in Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor umbenannt. Im Dezember 2018, beim Heimspiel gegen den FC Ingolstadt, war die Gegengerade des Stadions ein letztes Mal im Betrieb, ehe sie kurz darauf komplett abgerissen wurde. Der Neubau der Tribüne soll bis zum Ende dieses Jahres beendet sein.