Für unseren 1. FC Heidenheim 1846 steht das nächste Heimspiel der Zweitliga-Saison 2026/2027 an. Um 13:30 Uhr gastiert am Sonntag Hannover 96 in unserer Voith-Arena. Für die Partie gibt es noch vereinzelt Tickets im freien Verkauf in unserem Ticket-Onlineshop. Aufgrund der Bekanntgabe des Vertragsendes von Frank Schmidt zum Wochenbeginn, hat an der Pressekonferenz am Freitagvormittag, neben dem Cheftrainer, auch unser FCH Vorstandsvorsitzender Holger Sanwald teilgenommen. Wir haben die wichtigsten Aussagen aus der Pressekonferenz für Euch zusammengefasst. HIER gibt’s die PK außerdem in voller Länge im Video!
Frank Schmidt…
…zur personellen Situation vor dem Hannover-Spiel:
„Beim Personal kann ich mich relativ kurzfassen. Luca Kerber fällt aus, da er nach wie vor angeschlagen ist und mit muskulären Problemen zu kämpfen hat. Ansonsten sind alle im Training.“
…über unseren kommenden Gegner Hannover 96:
„Es geht immer um Erwartungshaltungen, die man an sich selbst stellt oder die von außen an einen herangetragen werden. Ich glaube, Hannover 96 hat letztes Jahr kurz vor Schluss knapp den möglichen Aufstieg verpasst. Das ist uns beim Aufstieg ja auch schon einmal passiert – von der dritten in die zweite Liga. Im nächsten Jahr haben alle gehofft, dass es besser wird und man aufsteigt, und so war es dann auch. Ich denke, eine ähnliche Situation gibt es bei Hannover 96, die traditionell sehr ambitioniert sind. Wenn dann nach so kurzer Zeit in der Saison der Sportdirektor und der Trainer weg sind, weiß man, was da los ist. Wenn man die Spiele analysiert, ist es in Teilen ähnlich wie bei uns, was die Chancenverwertung betrifft. Da war viel mehr möglich. Hannover hat aber auch gezeigt – zum Beispiel gegen eine Topmannschaft wie Kaiserslautern – dass die Mannschaft schon sehr unglücklich verloren hat. Was sie dann zustande gebracht hat, finde ich beeindruckend, muss ich ehrlich sagen. In einer Situation, in der die Stimmung nicht die beste war, lagen sie zu Hause gegen Dynamo Dresden verdient zurück. Dynamo hatte noch ein, zwei weitere Chancen, das zweite Tor zu machen. Dass Hannover dann in der zweiten Halbzeit so zurückgekommen ist, zeigt, dass Qualität da ist und die Mannschaft an sich glaubt. Dementsprechend wird es am Sonntag ein Hauen und Stechen. Es wird viel um Intensität und zweite Bälle gehen. Beide Mannschaften streuen immer wieder viele lange Bälle ein. Das bedeutet, es geht schnell ins letzte Drittel und um diese Bälle musst du kämpfen. Da brauchst du ein gutes Zweikampfverhalten und am Ende müssen wir wieder auf uns schauen und es besser als gegen Karlsruhe machen. Wir sind in diesem Spiel in Teilen überrannt worden. In der einen oder anderen Situation waren wir einfach zu langsam – im Kopf und in den Beinen. Diese Woche haben wir versucht, das über die Trainingsarbeit wiederherzustellen, damit wir wieder griffiger sind und an die Art und Weise anknüpfen, wie wir jedes einzelne unserer Heimspiele gestaltet haben. Da sind wir in dieser Saison sehr gut unterwegs und da wollen wir gerne weitermachen.“
…über die Entscheidung, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern und den Umgang damit:
„Es ist nicht so, dass ich am Montagmorgen aufgestanden bin und mir überlegt habe, wie ich es mache und dann die Entscheidung mitgeteilt habe. Das war ein Prozess über mehrere Wochen und Monate. Jeder weiß: Holger Sanwald und ich saßen immer mal wieder zusammen, zuletzt in der Länderspielpause im September. Ich kann es nur noch einmal wiederholen: Er hat auch versucht, mich nicht zu überreden, sondern zu überzeugen nochmal zu verlängern. Das hat etwas mit mir gemacht. Da denkt man dann noch einmal nach. Nach dem Abstieg in der letzten Saison, nach so vielen Spielen ohne Sieg und auch nach dem Jahr davor mit der Relegation ist nicht alles so locker, nicht alles so lustig und alles fällt nicht so leicht. Das macht auch etwas mit mir. Ich habe immer gesagt: Wenn ein Ergebnis keine Konsequenz mehr hat, sollte man im jeweiligen Beruf besser aufhören. Mit dem ersten Trainingstag dieser Saison war es so, dass die Mannschaft ein positives Signal ausgesendet hat: Wir können den Abstieg zusammen schnell hinter uns lassen und die 2. Liga annehmen. Die ersten Wochen waren gut. Dann kam die Transferperiode. In dem Moment hat es mir vielleicht nicht mehr ganz so viel Spaß gemacht, weil dann viele individuelle Befindlichkeiten, wie bei jedem anderen Verein auch, dazukamen. Seit wir wieder Klarheit darüber haben, wie unser Kader aussieht, habe ich selbst wieder viel Spaß an der Arbeit. Ich glaube, das hat man der Mannschaft an der Art und Weise auch angesehen. Es war selten langweilig, und es gab viele Torchancen – leider oft auf beiden Seiten. Wenn dann in den letzten fünf Spielen viermal die Leistung noch okay, aber das Ergebnis nicht gut war, kann man damit umgehen. Wenn aber so ein Spiel wie gegen den KSC kommt und die Leistung nicht stimmt, macht es weniger Spaß. An meiner Art, mit der Mannschaft umzugehen, hat und wird sich gar nichts ändern!“
Holger Sanwald…
…über die Entscheidung von Frank Schmidt:
„Natürlich geht es mir wie vielen unserer Fans: Ich bedaure sehr, dass Frank sich so entschieden hat. Aber ich kann es ein Stück weit auch verstehen. Akzeptieren tue ich es sowieso – aus Respekt vor ihm. Der Zeitpunkt, zu dem er sich entschieden hat, ist für uns absolut fair. Wir haben jetzt November und genügend Zeit, einen guten Nachfolger zu finden. Auch wenn man es lieber anders hätte: Jetzt fokussiert sich alles darauf, die Saison bestmöglich zu Ende zu spielen, Frank den bestmöglichen Abschied zu bereiten und parallel die Suche nach einem Trainer zu starten. Aber jetzt machen wir erst einmal das Spiel gegen Hannover am Sonntag. Nächste Woche ist Länderspielpause und dann beginnen die ersten Arbeiten dazu. Wir haben keinen Zeitdruck.“
…über das Anforderungsprofil eines möglichen neuen Trainers:
„Ich habe bis zum Schluss alles dafür getan und gekämpft. Wie alle hier im Verein waren auch wir guter Hoffnung, dass Frank sich vielleicht doch noch überzeugen lässt, weiterzumachen. Wenn man die Überzeugung und die Hoffnung hat, dass es noch gehen kann, ist es für mich falsch parallel an einem Trainerprofil für einen anderen Coach zu arbeiten. Wir haben genug Zeit und deshalb fangen wir nächste Woche wirklich bei null an. Frank hat gemeinsam mit uns einen unglaublichen Weg geprägt. Wir werden jetzt nicht von unserem Konzept und den Werten abweichen, die wir uns erarbeitet haben. Es ist aber auch klar, dass kein Kandidat Frank gerecht werden kann. Wir suchen keine Kopie von Frank Schmidt, denn die gibt es gar nicht. Er ist, wie er ist: Einzigartig. Wir gehen nicht mit dem Ansatz heran, einen Trainer zu suchen, der die nächsten 20 Jahre unser Trainer sein wird. Das war bei Frank am Anfang auch nicht absehbar. Es ging interimistisch um zwei Spiele, die hat er gut gemacht. Dann ging es weiter und weiter – und er hat es all die Jahre sehr gut gemacht. Wir haben ihm am Anfang auch keinen Vertrag über 20 Jahre gegeben.“
…über den Zeitpunkt und die Wahrnehmung der Situation:
„Am Montag hat es mir Frank mitgeteilt. Wir haben die letzten Wochen, immer ganz offen miteinander gesprochen. Er machte einen sehr aufgeräumten, positiven und optimistischen Eindruck. Man merkt ihm an, dass es ihm Spaß macht, mit der Mannschaft zu arbeiten. Die letzten Ergebnisse sind allerdings nicht so ausgefallen, wie wir es uns erhofft haben. Aber wir haben eine gute Mannschaft und wir gewinnen wieder mehr Spiele als noch in der Bundesliga. Deshalb war ich eigentlich optimistisch – viel mehr noch als in der Abstiegssaison oder in der Sommerpause. Auch in der Transferphase dachte ich, dass es eigentlich doch in unsere Richtung gehen könnte und er sich für eine Vertragsverlängerung entscheidet. In meiner Wahrnehmung wirkt es auf mich, als wäre ihm durch seine Entscheidung ein kleiner Rucksack abgenommen worden. Wenn man Entscheidungen getroffen hat, erleichtert das einen auch. Deshalb bin ich guter Dinge für die restliche Saison: Franks Energie kann sich auf die Mannschaft übertragen, und die Entscheidung kann – das haben wir ja beide betont – einen positiven Effekt auf die Mannschaft und den Verein insgesamt haben. Es geht immer darum, wie man mit der Situation umgeht. Frank macht das vorbildlich.“