Vor 6.277 Zuschauern in der Voith-Arena zeigte die Mannschaft von Cheftrainer Frank Schmidt bei hochsommerlichen Temperaturen einen insgesamt überzeugenden Auftritt und sicherte sich zum achten Mal in Folge die Trophäe.
Von Beginn an war unser FCH bemüht, das Spiel unter Kontrolle zu bringen und Ballsicherheit auszustrahlen. Bereits in der ersten Minute setzte Budu Zivzivadze aus spitzem Winkel den ersten Warnschuss ab, den Schanzer-Keeper David Klein jedoch parieren konnte. In der 10. Minute führte Marvin Pieringer einen Freistoß schnell aus und bediente Mathias Honsak. Dessen Flachschuss ins lange Eck wehrte Klein zur Ecke ab. Im Anschluss an diesen Standard landete ein abgefälschter Ball am linken Pfosten der Elf von Sabrina Wittmann – Kapitän Patrick Mainka war hier nur hauchzart am Führungstreffer vorbeigeschrammt.
Nachdem Budu Zivzivadze und Oualid Mhamdi kurz darauf im Sechzehner knapp verpassten (12.), belohnte sich unsere Elf schließlich in der 13. Spielminute: Marcel Costly setzte sich gegen zwei Ingolstädter Verteidiger durch und umkurvte Keeper Klein. Als Costly dabei leicht ins Straucheln geriet, war Adrian Beck gedankenschnell zur Stelle, schnappte sich das Leder und ließ sich nicht zweimal bitten – 1:0 für den FCH!
Erst nach einer Viertelstunde tauchten die Schanzer erstmals vor dem Gehäuse von Frank Feller auf, doch Jonas Föhrenbach klärte eine Flanke sicher (16.). Bei der anschließenden Ingolstädter Ecke brannte es jedoch kurz im FCH Strafraum: Simon Lorenz kam nach Flanke von Keanan Bennetts frei zum Kopfball, doch Adrian Beck klärte auf der Linie. Der Ball prallte dabei an seine angelegte Hand – die Proteste der Gäste blieben vom Unparteiischen jedoch zu Recht unerhört (17.). Nach einer Behandlungspause von Marcel Costly (20.) zeigte FCH Keeper Frank Feller seine Klasse: Zunächst schlug er einen herausragenden langen Ball auf Honsak (24.), ehe er in der 25. Minute im Eins-gegen-Eins mit Lars Lokotsch glänzend per Fußabwehr parierte. Der Nachschuss von Emre Gül krachte allerdings vom Innenpfosten zurück ins Feld – Glück für den FCH.
Unsere Mannschaft fing sich schnell wieder: Nach einer Ecke probierte es Mhamdi aus der zweiten Reihe; den abgewehrten Schuss setzte Jan Schöppner per Kopf knapp über die Latte (31.). In der 39. Minute fiel dann der zweite Treffer: Nach einem Einwurf von Jonas Föhrenbach auf Budu Zivzivadze zog der georgische Angreifer von der linken Seite aus spitzem Winkel einfach mal ab. Die Kugel schlug im Tor der Gäste zum 2:0-Pausenstand ein.
FCH Cheftrainer Frank Schmidt nutzte die Halbzeitpause für die ersten Personalwechsel und brachte mit Marnon Busch, Christian Conteh und Benedikt Gimber drei frische Kräfte für Oualid Mhamdi, Mathias Honsak und Tim Siersleben. Auch die Gäste tauschten zur Pause nahezu ihr komplettes Feldpersonal aus.
Nach gut einer Stunde verflachte die Partie bei den hohen Temperaturen streckenweise etwas. Mitten in diese Phase hinein belohnten sich die Gäste für ihren Aufwand: Julian Kügel fing einen Ball an der Mittellinie ab, marschierte durchs Zentrum und bediente Obed Chidindu Ugondu, der frei vor Frank Feller den Ball gekonnt zum 2:1-Anschlusstreffer über unseren Keeper hob (67.).
Die Gäste standen in der Folge extrem hoch, was unserem FCH Konterräume eröffnete. Nach einem Zuspiel von Christian Conteh verpasste Marvin Pieringer im Zentrum nur knapp (71.). In der 81. Minute segelte ein Volleyschuss von Jonas Föhrenbach aus der Distanz über den Kasten, ehe in der 84. Minute der entscheidende Treffer fiel: Nach einem gut getretenen Freistoß von Paul Hennrich aus dem linken Halbfeld landete die Kugel über Benedikt Gimber bei Kapitän Patrick Mainka, der den Ball zum 3:1 über die Linie drückte.
Kurz vor dem Ende machte der FCH den Sack schließlich endgültig zu: Nach einem klaren Foul von Georgios Antzoulas an Maximilian Breunig im Strafraum entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß. Christian Conteh übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher mittig zum 4:1-Endstand (89.).
„Ich glaube wir haben eine starke Anfangsphase gehabt. Es war eine Frage der Zeit nach unseren Chancen, wann wir in Führung gehen. Pressing, viel Ballbesitz und Ingolstadt nicht ins Spiel kommen zu lassen, war unser Plan. Ich glaube, man hat gesehen, dass wir das Spiel komplett im Griff gehabt haben und verdient in Führung gegangen sind. Hintenraus haben wir uns nochmal die Chancen erspielt, wo Budu ein schnelles, effektives Tor gemacht hat. In der zweiten Halbzeit müssen wir das 3:0 machen bei der 2-zu-1-Situation mit Becks und Budu, wo wir den Ball dann aber wieder verlieren. Wenn du die Vorentscheidung nicht nutzt, dann kannst du Probleme bekommen. Dass es dann 4:1 ausgeht, ist mindestens ein Tor zu viel, weil wir in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlich dann nicht mehr die klare Kontrolle gehabt haben. Unter dem Strich war es trotzdem ein Fortschritt, weil wir in der ersten Halbzeit viele gute Aspekte von unserem Spiel gezeigt haben“, erklärte Frank Schmidt nach dem Spiel.
Statistik zum Spiel
FCH: Feller – Schöppner (85. Wagner), Siersleben (46. Gimber), Mainka (85. Zrilic), Föhrenbach – Beck (62. Kerber), Mhamdi (46. Busch), Costly (62. Niehues) – Honsak (46. Conteh), Pieringer (78. Breunig), Zivzivadze (62. Hennrich)
FC Ingolstadt 04: Klein (46. Ponath) – Gül (46. Rosenlöcher), Antzoulas, Carlsen (46. Decker), Lokotsch (46. Ugondu) – Scholz (46. Deichmann), Bennetts (46. Seo), Drakulic (46. Durakov), Lorenz (46. Ganda), Sekulovic (46. Hapi) – Sapina (46. Kügel)
Tore: 1:0 Beck (13.), 2:0 Zivzivadze (39.), 2:1 Ugondu (67.), 3:1 Mainka (84.), 4:1 Conteh (89., Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Antzoulas (89.)
Zuschauer: 6.277 (Voith-Arena)