Vor unserem ersten Auswärtsspiel der neuen Zweitliga-Saison 2026/2027 bei Hertha BSC am kommenden Samstag (13:00 Uhr) im Berliner Olympiastadion haben wir die Einschätzungen von Cheftrainer Frank Schmidt aus der Pressekonferenz für Euch zusammengefasst. HIER gibt’s die PK außerdem in voller Länge im Video!
Frank Schmidt…
…zur personellen Situation:
„Klar, beide Conteh-Brüder fallen aus. Adam Kölle ist diese Woche wieder in das Training zurückgekehrt nach seinem Muskelfaserriss. Von daher sieht es ganz gut aus“
…über die Erkenntnisse aus dem ersten Saisonspiel gegen den VfL Osnabrück:
„Vor allen Dingen die Ballverluste muss man da nennen. Das war der Hauptgrund dafür, dass wir zu viel zugelassen haben. Selbst bei eigenen Eckbällen sind wir in Konter gelaufen. In der zweiten Halbzeit hat dann auch ein bisschen die Intensität gefehlt. Das haben wir am nächsten Tag analysiert. In allen Laufdaten lagen wir in der ersten Halbzeit vorne. In der zweiten Halbzeit kann man das mit einer gewissen Passivität oder vielleicht auch mit ein bisschen Zufriedenheit erklären, weil wir das 3:2 noch vor der Halbzeit erzielt hatten. Das meiste findet zwischen den Ohren statt. Meine Spieler wissen, worum es geht. Sie können marschieren und wissen, wie wichtig es ist, aktiv zu bleiben. Aber es war der erste Spieltag. Wir haben dreimal geführt und zweimal den Ausgleich bekommen. Dann musst du weiterarbeiten und gehst trotzdem ein drittes Mal in Führung. Es ist jetzt aber auch nicht so, dass es in der zweiten Halbzeit prinzipiell danach ausgesehen hat, dass das Spiel komplett kippen kann. Auch wir hatten unsere Möglichkeiten. Aber das Spiel war zu offen. Mit einer Führung müssen wir das stabiler spielen. Trotzdem ist der erste Spieltag nur eine Momentaufnahme. Nach dem ersten Spieltag sollte man mit Statistiken ein bisschen vorsichtig sein. Die einzige Statistik, die mich direkt nach dem Spiel beziehungsweise am nächsten Tag interessiert hat, war das Ergebnis. Wir haben das Spiel gewonnen. Und wenn man sich mal die anderen Plätze angeschaut hat, dann weiß man, dass das nicht ganz so einfach ist. Auch wenn man zu Hause als Favorit spielt, ist es nicht selbstverständlich, dass man gewinnt. Wir haben es gemacht. Und mit den Erkenntnissen, mit denen wir diese Woche gearbeitet haben, wollen wir jetzt einen Schritt vorankommen.“
…über den kommenden Gegner Hertha BSC:
„Bei Hertha hat man die Spielphilosophie gesehen. Ich glaube, eine gute Stunde lang waren sie sehr aggressiv, sehr intensiv und sehr zweikampfstark am ersten Spieltag. Sie haben Bochum eigentlich über den gesamten Platz unter Druck gesetzt. Das ist dann schwierig, über 90 Minuten durchzuziehen. Das hat man in der zweiten Halbzeit auch gesehen. Da hatte Bochum dann schon ein paar Situationen, gerade über die Außen und mit Zielspieler Hofmann, um den Ausgleich zu erzielen. Am Ende war es für mich trotzdem kein unverdienter Sieg, weil sie viel Leidenschaft, viel Kampf und viel Geschlossenheit auf den Platz gebracht haben. Und genau das erwarten wir auch wieder. Ich glaube nicht, dass Hertha sich gegen uns hinten reinstellt, uns den Ball überlässt und aus einem Abwehrpressing agiert. Es wird wahrscheinlich genauso sein: Zwei Mannschaften treffen aufeinander, die bereit sind, hochzustehen und intensiv zu verteidigen. Dann geht es darum, dass man diese Eins-gegen-eins-Situationen auflöst, in die Tiefe kommt und dieses Gegenpressing überspielt. Das haben wir trainiert. Jetzt müssen wir aber zeigen, dass wir es auch umsetzen können.“
…über den Kader von Hertha BSC Berlin:
„Wenn man die nähere Vergangenheit von Hertha betrachtet, auch mit dem Investor, den man noch vor kurzer Zeit im Hintergrund hatte, hatte man das Gefühl, dass Geld keine große Rolle spielt. Und jetzt auf einmal sieht man, dass auch Spielerverkäufe notwendig sind. Wenn ich das aus der Ferne beurteilen kann, dann ist es so, dass du daraus eine mannschaftliche Stärke machen kannst und auch musst. Und die Menschen, die Fans, die nach wie vor hinter dem Verein stehen, denen wird es, da bin ich mir sicher, nicht in erster Linie darauf ankommen, wie der Kader in dem Moment aussieht. Sie wollen sehen, dass gute Arbeit gemacht wird und dass jeder alles gibt. Das ist das Entscheidende. Natürlich gibt es bei Hertha einige Spieler mit hoher Qualität. Ich kann mich zum Beispiel an Josip Brekalo erinnern, der damals für den VfB Stuttgart gegen uns ein Tor des Monats reingeschweißt hat. Wenn ich Marten Winkler auf der rechten Seite sehe, hat er eine hohe Dynamik und ist sehr torgefährlich. Dazu kommt mit Sebastian Grönning ein Stürmer, der in der dritten Liga in Ingolstadt viele Tore gemacht hat. Aber natürlich auch Kevin Sessa, der gut sein muss, schließlich ist er hier ausgebildet worden. In der Abwehr sind sie sehr robust und zweikampfstark. Und nicht zu vergessen ein Torwart mit Marius Gersbeck, der sehr offensiv und aggressiv steht und Konter mit seinem linken Fuß richtig gut einleitet. Das ist schon eine Mannschaft, die Qualitäten hat, die das jetzt aber natürlich gerne annimmt und als ganze Kollektiv auf den Platz auftreten will. Genau das hat man im ersten Spiel in Bochum gesehen: Eine Mannschaft, die zusammen und füreinander gefightet hat, auch wenn Bochum zwischendurch besser ins Spiel gekommen ist. Gerade in den letzten Minuten hat man gesehen, dass jeder für jeden bereit ist zu kämpfen. Genau das wird in der zweiten Liga gefordert, wenn du erfolgreich sein willst. Das haben sie genauso gemacht.“