"!NIE WIEDER" – Erinnerungsspieltag 2026

FCH
23.01.2026

Demokratie verteidigen. Lernen aus der Geschichte des Fußballs – auch in Heidenheim

Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befreit. Rund um diesen Jahrestag gedenkt der deutsche Fußball gemeinsam mit der Initiative „!Nie Wieder“ der Millionen Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Auch wir beim 1. FC Heidenheim 1846 beteiligen uns an diesem Erinnerungsspieltag.

Der Nationalsozialismus nutzte den Sport gezielt als Instrument – zur Propaganda, zur Normierung von Freizeit und zur Vorbereitung auf Krieg. Auch der Fußball blieb davon nicht unberührt. Jüdische Pioniere wie Walther Bensemann, Mitbegründer des DFB und Gründer des kicker, wurden ausgegrenzt. Selbst Nationalspieler wie Julius Hirsch, Deutscher Meister von 1910, hatten keinen Platz mehr im deutschen Fußball. Hirsch wurde in Auschwitz ermordet. Die Aufarbeitung dieser Geschichte begann vielerorts erst Jahrzehnte nach 1945.

Auch der Standort des 1. FC Heidenheim 1846 ist Teil dieser Vergangenheit. Im Bereich der heutigen Voith-Arena und in unmittelbarer Umgebung befanden sich zwischen 1934 und 1963 Gebäude, die der Kriegsvorbereitung dienten und nach 1945 zur Unterbringung von „Displaced Persons“ genutzt wurden. Zudem war hier ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet, in dem rund 50 Häftlinge zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Drei von ihnen – Johannes Prechtl, Josef Berglehner und Heinrich Weigand – hinterließen mit handgravierten Fliesen ein eindrückliches Zeugnis ihrer Inhaftierung.

Der 1. FC Heidenheim 1846 stellt sich dieser historischen Verantwortung. In Zusammenarbeit mit der Stadt Heidenheim und dem Fanprojekt Heidenheim wird die Geschichte des Standorts derzeit sorgfältig aufgearbeitet und künftig in mehreren Modulen würdig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Der Blick in die Geschichte mahnt: Demokratie, Menschenwürde und Gleichberechtigung sind keine Selbstverständlichkeit. Erinnerung bedeutet Verantwortung – für den Umgang miteinander und für den Schutz unserer gemeinsamen Werte. Der Erinnerungsspieltag steht deshalb für Solidarität, für Wachsamkeit und für ein klares Bekenntnis zur Menschlichkeit.

Nie wieder. Jetzt und immer.