Am Samstagnachmittag sicherte sich der 1. FC Heidenheim 1846 in einer hochdramatischen Partie einen mehr als verdienten Zähler beim FC Bayern München. Vor 75.000 Zuschauern in der Allianz Arena zeigte der FCH, im 100. Bundesligaspiel seiner Geschichte, eine taktisch äußerst disziplinierte und kämpferisch überragende Leistung, die erst in der zehnten Minute der Nachspielzeit durch ein bitteres Gegentor zum 3:3-Endstand führte.
Im Vergleich zum Heimsieg gegen St. Pauli veränderte Frank Schmidt seine Startelf auf einer Position: Die Bayern-Leihgabe Arijon Ibrahimovic rückte für Adrian Beck in die Anfangsformation. Von Beginn an war die Marschroute der Rot-Blau-Weißen klar: Defensiv kompakt stehen und bei Ballgewinn schnell umschalten. Dieser Plan ging nach gut zwanzig Minuten erstmals perfekt auf. Nach einer Ecke von Ibrahimovic landete der zweite Ball erneut bei Marnon Busch, dessen präzise Flanke Budu Zivzivadze artistisch aus der Luft zur 1:0-Führung veredelte (22.). Für den Georgier war es bereits der vierte Treffer im vierten Spiel in Folge.
Der Treffer gab den Heidenheimern sichtlich Auftrieb. Nur fünf Minuten später strich ein Abschluss von Eren Dinkci knapp am Tor vorbei (27.). Doch der FCH blieb dran: Ein herrlicher langer Ball von Busch hebelte die Münchner Defensive komplett aus, Dinkci startete perfekt durch und behielt vor dem Kasten die Nerven – 2:0 für den FCH (31.)!
Der Rekordmeister zeigte sich durchaus angeschlagen in dieser Phase, kam aber kurz vor der Pause durch einen direkt verwandelten Freistoß von Leon Goretzka zum 1:2-Anschluss (44.).
Bayern drückt, der FCH kontert eiskalt
Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeber den Druck massiv. Bayern-Trainer Kompany brachte mit Harry Kane, Michael Olise, Luis Diaz und Joshua Kimmich geballte Offensivpower. In der 56. Minute rettete Marnon Busch dabei noch in höchster Not auf der Linie, doch nur eine Zeigerumdrehung später war es erneut Leon Goretzka, der nach einer Ecke aus kurzer Distanz zum 2:2 ausglich (57.).
Die Bayern waren nun bemüht, nachzulegen: Olise schlenzte neben das Tor (65.), Kimmich scheiterte aus der Distanz gar am Pfosten (66.). Wer nun dachte, die Partie würde komplett in Richtung der Hausherren kippen, sah sich aber getäuscht. Der FCH hielt mit Leidenschaft dagegen. Jonas Urbig zunächst aus kurzer Distanz nach einem Konter stark gegen Eren Dinkci (68.), ehe die Heidenheimer Effektivität knapp zehn Minuteb später jedoch erneut zuschlug: Nach einem mustergültigen Konter blieb Budu Zivzivadze eiskalt, ließ seinen Gegenspieler im Sechzehner aussteigen und nagelte den Ball zum 3:2-Führungstreffer in den rechten Torwinkel (76.)!
Dramatik pur in der Nachspielzeit
In der Schlussphase warfen die Münchner logischerweise nun nochmal alles nach vorne. Die FCH Defensive warf sich in jeden Schuss. Sinnbildlich für diesen Einsatz stand Jonas Föhrenbach, der nach einem harten Zusammenstoß minutenlang behandelt werden musste, aber auf das Feld zurückkehrte, um den Vorsprung über die Zeit zu verteidigen.
Doch das bittere Ende folgte in der zehnten Minute der Nachspielzeit: Ein Schuss von Olise prallte vom Pfosten unglücklich gegen den Rücken von Keeper Diant Ramaj und trudelte zum 3:3-Endstand ins Netz.
Trotz des späten und sogar ärgerlichen Ausgleichs nimmt der FCH einen hochverdienten Punkt und dank einer herausragenden Energieleistung mit zurück an die Brenz.
Nächste Woche geht’s in der Bundesliga dann am Sonntag um 17:30 Uhr in der Bundesliga weiter. Dann wartet, erneut auswärts, der 1. FC Köln.
Statistik zum Spiel
FCH: Ramaj – Schöppner, Mainka, Föhrenbach – Busch , Dorsch , Behrens, Dinkci , Ibrahimovic – Pieringer , Zivzivadze
Tore: 0:1 Budu Zivzivadze (22.), 0:2 Eren. Dinkci (31.), 1:2 Leon Goretzka (44.), 2:2 Leon Goretzka (57.), 2:3 Budu Zivzivadze (76.), 3:3 Eigentor (90.+10)
Zuschauer: 75.000 (Allianz Arena)