„Es wäre schön, unseren Fans mal wieder etwas zurückzugeben!“

Profis
10.04.2026

Vor dem Bundesliga-Heimspiel am morgigen Samstag (Anpfiff 15:30 Uhr) in der Voith-Arena gegen den 1. FC Union Berlin, das unter dem Motto „Alle in Rot!“ steht, haben wir die Einschätzungen von Cheftrainer Frank Schmidt zur personellen Lage des Kaders, zum kommenden Gegner und zur Wahrnehmung der aktuellen Situation zusammengefasst. HIER gibt’s die PK in voller Länge im Video!

Frank Schmidt…

…zur personellen Situation vor dem Union-Spiel:

„Personell sieht es so aus, dass wir aus dem Gladbach-Spiel ein paar angeschlagene Spieler mit Ari (Anm. d. Red.: Arijon Ibrahimovic), Gimbo (Anm. d. Red.: Benedikt Gimber), Henne (Anm. d. Red.: Hennes Behrens), Föhre (Anm. d. Red.: Jonas Föhrenbach) und Mikkel (Anm. d. Red. Kaufmann) hatten. Mikkel fällt definitiv aus und die anderen haben teilweise erst gestern wieder trainiert. Da warten wir heute nochmal ab. Dazu ist noch zu sagen, dass Sissi Conteh ausfallen wird. Er wird operiert, wahrscheinlich nächste Woche. Und nach der OP können wir dann sagen, wie schlimm es ist und wie lange er ausfallen wird. Da bitte ich um Verständnis, da können wir jetzt noch nichts sagen. Ansonsten war der Rest im Training und Yannik Wagner wird am Sonntag auch wieder bei der U19 gegen Schalke 04 spielen.“

…über den kommenden Gegner Union Berlin:

„Die wissen genau, was sie tun müssen, um in der Bundesliga zu bestehen. Das hat man auch gerade in vielen Heimspielen gesehen, als sie auch den vermeintlichen Favoriten Punkte geklaut haben. Sie sind sehr robust, körperlich präsent, haben viele große Spieler im Spielaufbau und spielen immer wieder viele lange Bälle. Das heißt, das Spiel ist überwiegend so ausgelegt, dass wenn sie unter Druck geraten, dann auch schnell der lange Ball kommt. Viele zweite Bälle, viele Umschaltaktionen, viele Situationen, wo sie auch ins Gegenpressing gehen, wo sie viel Präsenz haben, um dann zu Standardsituationen zu kommen. Damit meine ich nicht nur Freistöße und Eckbälle, wo sie natürlich sehr gefährlich sind mit guten Schützen, sondern auch Einwürfe. Da wird im Prinzip jeder Ball lang reingeschmissen. Ich glaube, gerade die letzten Spiele, die waren in Summe von der Leistung her in Ordnung. Jetzt müssen wir es noch schaffen, die Aussetzer wegzulassen. Wir haben in Gladbach das Spiel komplett unter Kontrolle gehabt und dann fallen auf einmal 30, 40 Prozent defensives Verhalten weg in einer Situation und sofort werden wir bestraft. Das weiß die Mannschaft, das müssen wir dringend abstellen.“

…über die lange Sieglos-Serie:

„Es ist unheimlich schwierig, über Wochen und Monate keinen Sieg zu feiern. Das zu ertragen ist sehr schwer, das muss ich ehrlich zugeben. Auf der anderen Seite sehe ich eine Mannschaft, die sich jetzt nicht daran gewöhnt hat – auch ich nicht – sondern immer auch im Training versucht, wirklich das Maximale rauszuholen. Und ich finde, das ist der entscheidende Faktor, der auch Mut und Zuversicht gibt. Ich glaube, Piere (Anm. d. Red.: Marvin Pieringer) hat es im Interview jetzt auch gesagt: Da ist keiner, der nachlässt oder nachgibt und trotzdem sind es die paar Prozentpunkte, die auch im Hinterkopf festsitzen und die dann zu diesen Aussetzern mutmaßlich führen, die uns dann die Chance nehmen, drei Punkte zu holen. Wir können nur jede Woche versuchen, immer wieder an ein paar kleinen Stellschrauben zu drehen. Es ist einfach so, wir brauchen jetzt dringend diese drei Punkte für unser Gefühl. So schön es war, in Gladbach nah dran zu sein, mal wieder einen Punkt mitzunehmen. So schön es war, zweimal nach Rückstand gegen Leverkusen auch zurückzukommen. Aber es ersetzt nicht dieses Gefühl, endlich wieder drei Punkte zu holen. Und dann ist es schon wieder die Sehnsucht, die dazu führt, dass wir die Motivation haben, weiterzumachen. Ja, das ist für uns alle nicht einfach. Und nichtsdestotrotz sehe ich jede Woche diese notwendige Motivation, es beim nächsten Mal auch schaffen zu können.“

…über die Stimmung in der Stadt: 

„Da müsste ich regelmäßig durch die Stadt laufen, um das beantworten zu können. Kann ich nicht. Aber gestern war ich beim Friseur, dazu muss ich in die Stadt. Und der erste, der mich gesehen hat, hat zur mir gesagt, wir steigen nicht ab. Man merkt richtig, die Leute wollen auch das Gefühl zurückgeben: ‚Pass auf, ihr habt so viel erreicht und wir glauben an euch und macht so weiter.‘ Der Zusammenhalt ist enorm. Und ich glaube, es hat einfach mit Transparenz, Klarheit und Ehrlichkeit zu tun. Und das bekommt man von der Gesellschaft zurück. Das ist meine Erfahrung, danach handeln und leben wir. Deswegen lassen uns unsere Fans nicht im Stich. Ich finde es bemerkenswert, da gab es in den letzten Wochen genügend Situationen, wo man seinen Unmut auch richtig freien Lauf hätte lassen können. Das habe ich hier auch betont in der Pressekonferenz. Es ist außergewöhnlich, das ist was Besonderes. Wir zehren momentan auch von diesem Kredit, den wir alle zusammen haben und auch davon, dass keiner das Gefühl hat, da ist eine Mannschaft, die lässt sich hängen, die ergibt sich von Anfang an. Gerade die letzten zwei Spiele waren da sehr wichtig. Da muss man wirklich sagen, da bekommen wir aufgrund der Vergangenheit sehr viel zurück. Aber das war für mich noch nie eine Situation, wo ich mich darauf ausruhen wollte oder mir es zu einfach gemacht habe und das sollte die Mannschaft auch nicht. Sondern es geht um die Gegenwart, morgen um Union Berlin. Es wäre schön, nach den letzten zwei Teilerfolgen morgen einen richtigen Erfolg zu haben und auch unseren Fans und unseren Zuschauern endlich mal wieder etwas zurückzugeben!“