„Eine Aufgabe, die es in sich hat!“

Profis
17.04.2026

Vor dem Auswärtsspiel in der Bundesliga am Sonntag (15:30 Uhr) beim SC Freiburg haben wir die Einschätzungen von Cheftrainer Frank Schmidt aus der Pressekonferenz für Euch zusammengefasst. HIER gibt’s die PK außerdem in voller Länge im Video!

Frank Schmidt…

…zur personellen Situation:

„Es sieht so aus, dass Sirlord Conteh mittlerweile am Mittwoch an seinem verletzten Knie operiert wurde. Er wird auf jeden Fall für den Rest der Saison ausfallen. Dazu kommt noch Mikkel Kaufmann, der nach seiner Muskelverletzung noch nicht mit der Mannschaft trainieren konnte. Auch Benedikt Gimber und Jonas Föhrenbach konnten bis jetzt noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Beide sind aus den letzten Spielen angeschlagen. Außerdem wird Yannick Wagner wie zuletzt auch bei der U19 dabei sein.“

…über die aktuelle Saison von Gegner SC Freiburg:

„Natürlich habe ich das gestrige Spiel der Freiburger gesehen. Ich muss mein Lob für das aussprechen, was der SC Freiburg gerade auf die Beine stellt. Seit Wochen und Monaten – beziehungsweise über die ganze Saison hinweg – kann man nur gratulieren. Bis hierhin sind die Freiburger in der Meisterschaft so unterwegs, dass sie sich wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren können. Außerdem stehen sie jetzt im Halbfinale der Europa League sowie im Halbfinale des DFB-Pokals. Da hat man viel richtig gemacht, und das wurde gestern noch einmal bestätigt. Was wir ohnehin schon von den Freiburgern wussten, ist, dass sie sehr stabil in ihrem Tun und Handeln sind. Die Art und Weise, wie sie spielen, und dass sie mehrere Positionen doppelt besetzen. Obwohl man viel über den SCF weiß, sieht man an den Ergebnissen, dass man nicht automatisch gegen Freiburg punktet. Fakt ist aber, wenn wir jetzt mal die Bundesliga betrachten, dass die letzten Ergebnisse alle knapp waren. Das bedeutet für uns: Wir wollen es auch knapp gestalten – mit der Option und der Chance, natürlich etwas mitzunehmen. Eine Mannschaft, die gerne den Ball hat, die von hinten aufbaut, auf den Gegner reagiert – auch was das Positionsspiel betrifft. Sie kommen oft über die Außenbahnen gefährlich. Meistens sind diese nur einfach besetzt, und vorne haben sie das Selbstvertrauen, auch mal – wie in Mainz – mit wenig Aufwand den Siegtreffer zu erzielen, zu null zu spielen und drei Punkte mitzunehmen. Also, wie so oft, eine Aufgabe für uns, die es in sich hat und die man erst einmal lösen muss.“

…über die Trainingswoche und die Vorbereitung:

„Das Herausspielen von Kontersituationen war ein Manko in der zweiten Halbzeit gegen Union Berlin – wenn man bei einem Sieg überhaupt von einem Manko sprechen will. Wir haben am Ende verdient gewonnen. Es ist immer schön, wenn man alle Spieler zur Verfügung hat und trainieren kann, auch im Hinblick auf das Wochenende. Das war jetzt noch nicht möglich für uns, aber ich hoffe, dass heute alle Spieler zurückkehren, sodass wir dann auch alle zur Verfügung haben, die am Sonntag dabei sein können. In so einer Phase der Saison ist es nicht so, dass man immer wieder alles von hinten aufrollt und komplett durcharbeitet, sondern es geht darum, ein gewisses Level zu halten und auf die Intensität zu achten.“

…über das Schicksal von Eren Dinkçis Lebensgefährtin:

„Sie haben sich jetzt entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Der SC Freiburg und auch wir als der 1. FC Heidenheim 1846 unterstützen das. Der Grund ist die Reichweite. Gerade in so einem Bereich ist es wichtig, dass sich möglichst viele melden, sich registrieren lassen und am Ende des Tages auch Stammzellen spenden. Je mehr mitmachen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit – jetzt natürlich im Fall von Eren und Cinja, aber auch für viele andere Menschen. Daher ist es selbstverständlich und richtig, dass die Vereine sich dazu klar geäußert haben, Position beziehen und helfen. Eine Typisierung findet jetzt in Freiburg statt. Wir werden auch beim nächsten Heimspiel gegen den 1. FC St. Pauli eine anbieten. Ich habe das selbst schon vor vielen Jahren gemacht. Ich bin mit Eren schon viel länger im Kontakt dazu. Das ist natürlich im ersten Moment ein Schock, und man braucht eine gewisse Zeit, um das zu verstehen. Was mir dann imponiert hat – von ihm, aber insbesondere auch von seiner Freundin – ist, wie sie damit umgegangen sind: Nämlich nicht nur negativ und auf das Schlechte fokussiert, sondern darauf, was getan werden muss, damit es besser wird. Ich finde, das ist vorbildlich. Deswegen gilt: Wenn er Hilfe braucht, dann bekommt er die – unabhängig von seiner sportlichen Situation oder dem Trainingsbetrieb. Ich kann nur so viel dazu sagen: Er hat nicht viel gefehlt, aber jede freie Minute hat er genutzt, um natürlich auch der Familie zu helfen.“

…über den plötzlichen Tod von Roger Prinzen:

„Natürlich haben wir das bei uns besprochen. Es sind jetzt nicht allzu viele Spieler, die einen direkten Kontakt mit Roger gehabt haben. Aber er war fest bei uns im Verein verankert, und man hat sich immer wieder gesehen – zum Beispiel noch am Sonntag, da sind wir uns kurz begegnet. Auch ein paar Spieler, die bei der U19 nach dem Training noch zugeschaut haben. Es kam unerwartet. Das ist ein brutales Schicksal, insbesondere natürlich für die Familie. Da kann man nur viel Kraft wünschen und von Vereinsseite aus die Unterstützung geben, die notwendig ist. Man sieht, dass das Leben, wie jetzt bei Eren oder auch durch den viel zu frühen Tod von Roger Prinzen, andere Geschichten schreibt, die wir letztendlich verarbeiten und verkraften müssen. Diese Kraft wünsche ich der Familie. Es ist gerade ein bisschen viel, muss man ehrlich sagen. Auch Reiner Wirsching, mit dem ich beim TSV Vestenbergsgreuth zusammengespielt habe, ist tragisch bei einem Unfall verstorben. Gestern haben wir von Alexander Manninger (ehemaliger Torwart des FC Augsburg, der bei einem Unfall starb; Anm.d.Red.) gehört. Jetzt stehen alle Drei in der Öffentlichkeit und die Öffentlichkeit nimmt daran teil. Aber viele Familien, die nicht diese breite Öffentlichkeit haben, erleben solche Schicksale ebenfalls. Und da gilt es, allen, denen so etwas widerfährt, Zuversicht, Zusammenhalt und Kraft zu wünschen, um solche Phasen – die leider auch zum Leben dazugehören – zu bewältigen.“