Der 1. FC Heidenheim 1846 hat die englische Woche in der Bundesliga mit einem Punktgewinn in der Fremde beendet. Am Samstagnachmittag schoss Adrian Beck den FCH in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit in Führung, ehe Moritz Jenz (80.) spät noch den Ausgleich für die „Wölfe“ markierte. Mit diesem Unentschieden springt die Mannschaft von Frank Schmidt nach dem 18. Spieltag vorerst auf Relegationsplatz 16.
Der FCH Cheftrainer hatte dabei, bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt in der Volkswagen Arena, insgesamt drei Wechsel im Vergleich zum 1:2 am Dienstagabend auswärts in Mainz vorgenommen. Mikkel Kaufmann, Julian Niehues und Omar Traoré (alle Bank) wurden durch Mathias Honsak, Adrian Beck und Marnon Busch in der Startelf ersetzt.
Die ersten zehn Minuten der Partie blieben gänzlich ohne nennenswerte Offensivaktionen. Beide Teams taten sich schwer den Ball lange in den eigenen Reihen zu halten. Es war erstmal Abtasten angesagt. So dauerte es bis in die 13. Spielminute, ehe erstmals Torgefahr entstand. Der VfL kombinierte sich in dieser Szene gefällig durch die Heidenhemer Hälfte. Lovro Majer wurde halblinks im Strafraum zur Grundlinie geschickt und spielte den Ball scharf vor das Tor von Diant Ramaj. Niklas Dorsch sprang aber rechtzeitig dazwischen und konnte klären. Auf der Gegenseite setzte Marnon Busch nach knapp 20 Minuten mit einem 13-Meter-Schlenzer, der knapp über dem rechten Kreuzeck landete, für ein erste offensives Lebenszeichen des FCH. Beide Teams wagten sich nun langsam mehr. Christian Eriksen (21.) bediente, praktisch im Gegenzug, Lovro Majer – sein Abschluss landete aber letztlich nur am Außennetz.
Es folgte eine Phase, in der die Hausherren um Spielkontrolle bemüht waren, die Rot-Blau-Weißen aber engagiert dagegenhielten und sich aufmerksam in den Zweikämpfen präsentierten. Bestes Beispiel: Im Spielaufbau der Wolfsburger attackierte zunächst Marvin Pieringer in der gegnerischen Hälfte, ehe Mathias Honsak die Kugel erkämpfte und plötzlich frei durch war Richtung Tor. Der Österreicher legte sich jedoch den Ball einen Tick zu weit vor, sodass Kamil Grabara (35.) die Situation im allerletzten Moment noch entschärfen konnte. Schade, es hätte das 1:0 durch Mathias Honsak sein können, der sich aber nicht entmutigen ließ und Grabara kurz darauf mit aus der Distanz von halblinks zu einer Parade zwang. Als die Nachspielzeit für den ersten Durchgang schon durchgesagt worden war, brachte Marvin Pieringer die Kugel noch mal flach von rechts vor das Tor. Über Umwege kam Adrian Beck aus zentraler Position zum Abschluss und setzte den Flachschuss nach rechts ins Tor (45 +1.) – der umjubelte Treffer vor dem Pausenpfiff!
Frank Schmidt verzichtete dann vor dem Seitenwechsel auf personelle Veränderungen. Der VfL wiederum kam mit Wut im Bauch aus der Kabine und wollte direkt für Gefahr sorgen. So gehörte auch der erste Abschluss in Durchgang den „Wölfen“. Mohamed Amoura kam zentral im Strafraum zum Abschluss, hatte aber keine freie Schussbahn, sodass der Ball abgefälscht daneben ging. Fünf Minuten später wurde es nochmal deutlich brenzliger: Nach einem Steckpass von Patrick Wimmer kam Eriksen zum Abschluss. Der Flachschuss wurde sogar noch abgefälscht. Diant Ramaj reagierte herausragend und wehrte die Kugel mit einer Hand ab. Danach gab Schiedsrichter Tobias Welz Abstoß, weil er der Meinung war, dass der Ball schon vor dem Pass von Wimmer mit vollem Umfang im Tor-Aus war. Auf der Gegenseite bot sich dem FCH kurz darauf aber die Möglichkeit zum 2:0: Bei einer Dorsch-Flanke auf den Kopf von Torschütze Adrian Beck parierte VfL-Keeper Kamil Grabara ebenfalls stark.
In der Folge gelang es dem FCH, bei dem Neuzugang Leo Stergiou ab der 77. Minute sein Debüt feierte, gut zu verteidigen und keine größeren Möglichkeiten zuzulassen. Der VfL probierte es zwar, fand aber kein Durchkommen – bis zur 80. Minute. Nach einem Eckball von Christian Eriksen, dicht vor das Gehäuse getreten, stieg Moritz Jenz am höchsten und markierte das 1:1 aus kurzer Distanz. Nun war das Momentum auf Seiten der Gastgeber, die sofort nachlegen wollten. Aber Diant Ramaj (83.) und Patrick Mainka (84.) waren direkt nacheinander in letzter Sekunde zur Stelle und konnten noch klären. In der Nachspielzeit wiederum gehörten die besseren Chancen dann nochmal den Heidenheimern. Jedoch konnten weder Benedikt Gimber (Fernschuss) noch Luca Kerber (Kopfball) diese nutzen, sodass es am Ende beim leistungsgerechten Unentschieden blieb.
Damit befindet sich der 1. FC Heidenheim 1846 im Kampf um den Klassenerhalt weiter mittendrin – jetzt als Tabellensechzehnter. Nächste Woche Samstag, 24. Januar 2026 (15:30 Uhr) geht‘s dann für die FCH Profis in der Voith-Arena mit dem Heimspiel gegen RB Leipzig weiter.
Statistik zum Spiel
VfL: Grabara – Bürger (59. Kumbedi), Jenz, Koulierakis, Zehnter (46. Paredes) – Gerhardt (70. Lindström), Arnold, Eriksen, Majer (59. Daghim), Wimmer – Amoura,
FCH: Ramaj – Busch, Mainka, Gimber, Föhrenbach (77. Stergiou) – Schöppner, Dorsch (86. Kerber), Beck (77. Schimmer), Ibrahimovic – Honsak (90. Traore), Pieringer (86. Kaufmann)
Tore: 1:0 Beck (45+1.), 1:1 Jenz (80.)
Gelbe Karten: Arnold, Eriksen, Paredes, Lindström / Busch, Dorsch, Föhrenbach
Schiedsrichter: Tobias Welz