Trainer-Interview Frank Schmidt

Frank Schmidt: „Das Fundament ist gelegt, jetzt muss es weitergehen!“

Vor dem Heimspiel in der Voith-Arena am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) zieht FCH Cheftrainer Frank Schmidt ein Fazit zum Saisonstart und spricht über die drei Remis zuletzt sowie das bevorstehende Duell gegen Hannover 96.

Frank, gegen Hannover 96 steht der 11. Spieltag in der 2. Bundesliga an. Du sprichst immer davon, dass nach zehn Spielen eine erste Bilanz gezogen werden kann. Wie fällt Dein Fazit zum Saisonstart aus?

Absolut positiv. Jeder weiß, dass es auch in diesem Jahr im Sommer wieder personelle Veränderungen bei uns im Kader gab und uns Leistungsträger verlassen haben. 17 Punkte nach zehn Spielen ist für uns eine gute Ausbeute. Wir sind im DFB-Pokal eine Runde weiter und haben die Basis gelegt, um eine erfolgreiche Saison zu spielen. Wir haben die Mannschaft weiterentwickelt und schon den einen oder anderen Neuzugang in der ersten Elf integriert. Daher ist das Fundament gelegt, jetzt muss es aber weitergehen!

Frank Schmidt und seine Mannschaft haben die Basis für eine erfolgreiche Saison gelegt: "Jetzt muss es weitergehen!"

Der FCH weist aktuell die zweitbeste Defensive auf und ist zudem erneut die laufstärkste Mannschaft der Liga. Ist das die von dir angesprochene Basis, um in der 2. Liga zu bestehen?

Wir haben eine klare Spielauffassung und an die orientieren sich letztendlich viele Einzelteile. Die Themen Laufstärke, Bereitschaft und Defensivverhalten sind essenziell in der 2. Liga, um erfolgreich zu sein. Denn die Basis in der 2. Bundesliga ist es einfach, gut zu verteidigen. Daher sind wir hierbei schon wieder auf einem sehr guten Weg. Wir haben uns auswärts verbessert und nach zehn Spieltagen erst eine Partie verloren. Es sind trotzdem viele enge Spiele. Wir hätten das eine oder andere Spiel noch gewinnen können und haben in ein, zwei Spielen vielleicht auch den Lucky Punch gesetzt. Insgesamt hatten wir wenig Schwächephasen, haben ansonsten auf einem sehr stabilen und hohen Niveau gespielt.

Mit neun Punkten aus sechs Auswärtsspielen belegt der FCH in der Auswärtstabelle der 2. Bundesliga Rang 4.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund einiger verletzungsbedingter Ausfälle kann das 0:0 auswärts beim FC St. Pauli sicherlich auch als positiv bewertet werden…

Verletzungsprobleme hatte St. Pauli auch, daher sind das Dinge, die wir nicht explizit herausstreichen müssen, weil wir sie nicht ändern können. Wir müssen Lösungen finden und haben das für dieses Spiel auch geschafft. Die Partie gegen St. Pauli war exemplarisch für viele Spiele in der 2. Liga. Alles war möglich und jedes Ergebnis wäre in irgendeiner Form auch verdient gewesen. Das zeigt einfach, wie eng es zugeht und dass Kleinigkeiten die Spiele entscheiden. Es geht immer um die letzten fünf Prozent. Auswärts einen Punkt mitzunehmen, ist absolut in Ordnung. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir sechs Auswärtsspiele hatten und dabei schon neun Punkte gesammelt haben. Das ist positiv zu bewerten. Aber jetzt spielen wir zu Hause und da freuen wir uns drauf!

Beim 0:0 auf St. Pauli blieb die FCH Defensive um Kevin Müller bereits zum fünften Mal ohne Gegentor.

Dieses Heimspiel findet am Sonntag gegen Hannover 96 statt. Was für ein Spiel erwartest Du gegen die Niedersachsen, die ebenfalls schon 17 Punkte auf dem Konto haben?

Hannover hatte einen schweren Start, aber das ist nicht ungewöhnlich bei einer Mannschaft, die einen neuen Trainer und einige neue Spieler dazubekommen hat. Sie haben sich gut verstärkt und auch viel investiert, sicherlich nicht um in der 2. Liga dauerhaft erfolgreich zu sein, sondern um wieder in die 1. Liga zu kommen. Wenn man die Bedingungen und die finanziellen Möglichkeiten betrachtet, ist Hannover eine Mannschaft, die in die 1. Bundesliga möchte und zu den Anwärtern auf den Aufstieg gehört. Sie sind sehr formstark und haben zuletzt nur das Spiel gegen den HSV verloren. Davor haben sie mit die stärkste Performance der letzten Wochen auf den Platz gebracht. Das zeigt, wie schwer die Aufgabe am Sonntag wird. Aber das ist jede Woche so und diese Herausforderungen treiben uns ja auch an.

Die formstarken Hannoveraner haben bislang nur gegen den Hamburger SV verloren – genau wie der FCH.

Zuletzt gab es für den FCH drei Unentschieden in Folge. Was ist notwendig, um diesmal am Ende wieder alle drei Punkte gegen Hannover in der Voith-Arena zu behalten?

Man will immer Spiele gewinnen und sich grundsätzlich nicht vorher mit einem Unentschieden zufrieden geben. Aber man kann das auch von einer anderen Seite sehen: Was zeichnet uns aus, warum wir so schwer zu besiegen waren? Deswegen ist für mich das Glas halbvoll. Entscheidend ist, dass wir immer so eine Leistung bringen, dass wir um die drei Punkte spielen können. Das war bei allen drei Unentschieden zuletzt so. Wir können in Karlsruhe gewinnen, wir können auf St. Pauli gewinnen, aber genauso auch knapp verlieren. Gegen Kaiserslautern war der zweite Durchgang eine der schwächeren Halbzeiten und wir hätten definitiv in der Offensive mehr dafür tun müssen, um auf die Vorentscheidung zu gehen und auch zu mehr Torchancen zu kommen. Aber insgesamt hatten wir immer unsere Chancen. Wir müssen sie nutzen, wir wollen weiter so verteidigen und dann werden wir auch schnell wieder einen Sieg einfahren. Das Wichtigste ist, dass du extrem schwer zu besiegen bist.

Frank Schmidt über die Unentschieden-Serie: "Für mich ist das Glas halbvoll."

Aufgrund der Weltmeisterschaft in Katar ist es dieses Jahr ein anderer Ablauf im Herbst als sonst. Ihr habt jetzt acht Spiele in fünf Wochen, bevor ab Mitte November die lange Winterpause folgt. Ist das für Euch aktuell schon von Relevanz?

Nein, grundsätzlich nicht. Denn es ist ja noch nicht soweit und momentan haben wir noch einen normalen Rhythmus. Das Einzige, das wir jetzt in dieser Phase dahingehend tun, ist, für die Spieler, die im Prinzip in allen elf Spielen fast immer gespielt haben, ein individuelles Training anzubieten. Dadurch können wir den Spielern, die eine hohe Belastung haben, mehr Möglichkeiten geben, um zu regenerieren. Das stellt wiederum die Spieler, die in die Mannschaft wollen, mehr in den Fokus. Daher haben wir etwas verändert. Das ist auch dem geschuldet, dass wir in allen Laufparametern teilweise mit Abstand die stärkste Mannschaft sind und somit auch am meisten investieren.

Den Spielern mit hoher Belastung werden mehr Möglichkeiten gegeben, um zu regenerieren: "Das ist auch dem geschuldet, dass wir in allen Laufparametern teilweise mit Abstand die stärkste Mannschaft sind und am meisten investieren."