Interview Bernhard Raab

Bernhard Raab: "Voll konzentriert" in die verbleibenden drei Saisonspiele!

Nach dem coronabedingten Ausfall von Cheftrainer Frank Schmidt übernimmt beim anstehenden Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf Co-Trainer Bernhard Raab. Im Interview blickt der 56-jährige Fußballlehrer auf den nächsten Gegner, die kommenden Aufgaben und die für ihn besondere Situation. 

„Bernie“, was ändert sich durch den kurzfristigen Ausfall von Frank Schmidt hinsichtlich der Vorbereitung auf das anstehende Heimspiel und wie sieht aktuell der Kontakt mit unserem Cheftrainer aus?

Frank und ich telefonieren täglich, um uns über die Trainings- und Spielvorbereitung abzustimmen. Mein Co-Trainer-Kollege Dieter Jarosch und ich bereiten die Mannschaft bestmöglich auf das Flutlichtspiel gegen Fortuna Düsseldorf vor.

Wie muss man sich die Kommunikation am Spieltag vorstellen? Telefonierst Du beispielsweise mit Frank vor dem Spiel oder sogar vielleicht in der Halbzeitpause?

Wir werden versuchen uns auch am Spieltag, so oft wie möglich upzudaten und den Kontakt aufrechtzuerhalten. Konkret wird dann Dieter Jarosch während des Spiels mit Frank im Austausch sein, falls Anpassungen notwendig sein sollten.

Frank Schmidt mit seinen beiden Co-Trainern Bernhard Raab (Mitte) und Dieter Jarosch (rechts).

Blicken wir auf unsere Mannschaft: Hat das Team nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Erzgebirge Aue zuletzt beim 1:1 in Kiel die erhoffte Reaktion gezeigt?

Man hat zunächst gemerkt, dass die Mannschaft nach dem Aue-Spiel ein bisschen verunsichert war und gewusst hat, dass Kiel ein spielstarker Gegner ist. Die erste Halbzeit war dementsprechend von einem erhöhten Defensivaufwand geprägt, der nötig war, um im Spiel zu bleiben. Mit dem 0:0 zur Halbzeit waren wir gut bedient. Nach dem Seitenwechsel haben wir, auch bedingt durch ein paar Umstellungen, mehr Zugriff auf das Spiel bekommen. Wir sind dann zwar zunächst in Rückstand geraten, aber das Positive war, dass wir – im Gegensatz zu den vorherigen Spielen gegen Aue und Schalke – nicht das vorentscheidende 0:2 bekommen haben. Stattdessen haben wir voller Überzeugung, mit einer guten Körpersprache und mit Zug zum Tor agiert. Dafür haben wir uns mit dem Ausgleich belohnt und gegen Ende des Spiels waren wir sogar näher am Sieg als der Gegner.

Punkteteilung in Kiel: "Am Ende waren wir näher dran als der Gegner."

Mit Fortuna Düsseldorf kommt am Freitagabend ein Gegner in die Voith-Arena, der seit dem Antritt des neuen Cheftrainers Daniel Thioune sechs Unentschieden und vier Siege bei keiner Niederlage vorweisen kann. Wie schätzt Du die Fortuna ein?

Die Serie von zehn ungeschlagenen Spielen hintereinander spricht für sich. Das muss man erst einmal schaffen, zumal die Düsseldorfer Mannschaft bei Daniel Thiounes Dienstantritt alles andere als stabil war. Sie haben zwar keinen schlechten Fußball gespielt, aber haben sich oft nicht für ihre Leistungen belohnt und viele Punkte gegen Ende ihrer Spiele abgegeben. Mittlerweile hat die Fortuna eine gute Balance zwischen Stabilität und Effektivität gefunden und sie ist auch personell nach wie vor gut besetzt. Durch ihre Qualität und Erfahrung im Kader haben die Düsseldorfer es geschafft, in ihren letzten vier Auswärtsspielen ungeschlagen zu bleiben. Sie bringen viel Tempo bei Umschaltaktionen mit, was es für uns zu verteidigen gilt. Die Fortuna hat aus den letzten zehn Spielen viel Selbstvertrauen getankt. Dementsprechend haben wir eine harte Aufgabe vor uns, die es am Freitagabend zu lösen gilt.

Fortuna-Chefcoach Daniel Thioune mit Flügelspieler Shinta Appelkamp.

Ist die Fortuna personell besser besetzt als es ihr momentaner Tabellenplatz 13 hergibt?

Ja, das kann man auf jeden Fall so sagen. Mit Rouwen Hennings und Daniel Ginczek ist im Sturm viel Erfahrung, Wucht und Qualität vorhanden. Mit Khaled Narey, Shinta Appelkamp oder Kristoffer Peterson verfügen sie über schnelle und qualitativ hochkarätige Außenbahnspieler. Edgar Prib, Marcel Sobottka oder Adam Bodzek bringen in der Zentrale viel Erfahrung mit. In der Winterpause haben die Verantwortlichen ein paar Neuzugänge dazu geholt – auch, wenn Jordy de Wijs nun verletzt ausfällt. Aber in Summe besitzen sie eine hohe individuelle Qualität und mit Florian Kastenmeier haben sie zudem auch noch einen überdurchschnittlichen Torwart.

Was lässt Dich optimistisch in die letzten drei Saisonspiele gehen, um vielleicht sogar die 51 Punkte aus der vergangenen Spielzeit zu toppen?

Die Mannschaft weiß, dass sich so ein Auftritt wie gegen Aue nicht wiederholen darf. Außerdem haben die Spieler, die nötige intrinsische Motivation, um diese Heimniederlage wieder gutzumachen. Wir sind insgesamt eine sehr heimstarke Mannschaft, was wir schon oft unter Beweis stellen konnten. Diese Heimstärke wollen wir auch in den verbleibenden zwei Partien in der Voith-Arena auf den Platz bringen. Gerade jetzt, wo unsere Voith-Arena wieder voll ausgelastet werden darf und wir unsere Tabellensituation mit weitern Punkten verbessern können!

Vollauslastung in der Voith-Arena: "Wir können unsere Tabellensituation weiter verbessern!"