FCH Spielerinterview

Tim Siersleben: "Freitagabends – Das sind genau unsere Spiele!"

Innenverteidiger Tim Siersleben blickt im Interview auf das bevorstehende Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf am Freitagabend und verrät, wie er seine Entwicklung in dieser Saison einschätzt.

Servus „Sieri“, am vergangenen Wochenende konnte sich der FCH auswärts bei Holstein Kiel einen Punkt sichern. Wie fällt Dein Fazit zum 1:1 im hohen Norden aus?

Wir wollten natürlich nach der Heimspielniederlage gegen Aue eine Reaktion zeigen. Das ist uns in der ersten Halbzeit leider nicht so gut gelungen. Wir sind viel hinterhergelaufen, haben nicht richtig ins Spiel reingefunden und hatten noch Glück, dass es mit 0:0 in die Pause geht. Da hat uns auch ‚Mü‘ das ein oder andere Mal vor dem Gegentor bewahrt. In der Halbzeit haben wir dann umgestellt und es wurde besser. Wir haben aber trotzdem durch einen Standard das Gegentor bekommen. Dennoch finde ich, dass wir ab dem Gegentor und auch schon davor überlegen waren und gerade zum Ende hin nochmal Druck gemacht haben. Natürlich haben wir ein bisschen Glück beim 1:1, aber in dieser Phase hatten wir es auch verdient, ein Tor zu machen. Mit etwas Glück hätten wir das Spiel sogar noch gewinnen können, aber mit dem 1:1 können wir sehr gut leben. Denn gerade nach der Niederlage gegen Aue haben wir etwas Zählbares gebraucht.

"Sieri" kam in den vergangenen Partien, wie hier in Darmstadt, vermehrt zum Einsatz.

Im vergangenen Sommer hast Du Dich leihweise für zwei Jahre vom VfL Wolfsburg dem FCH angeschlossen. Seither hast Du 13 Spiele vorzuweisen und kamst vor allem in den vergangenen Partien regelmäßig zum Einsatz. Wie schätzt Du selbst Deine Entwicklung ein?

Natürlich war das erste halbe Jahr nicht so einfach für mich. Gerade mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber zu Saisonbeginn und als ich mich dann wieder herangekämpft habe, mich direkt zu verletzen, war natürlich nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Aber so ist es halt manchmal. Kurz vor Rückrundenstart war ich wieder fit und mit jeder Trainingswoche, die dazu kam, ging es besser, sodass ich jetzt sagen kann, dass ich mich gut fühle. Mit dem Verlauf der Saison kann ich dementsprechend durchaus auch zufrieden sein – auch mit der Entwicklung, dass ich in Spielen wie gegen Hannover und Bremen von Beginn an über 90 Minuten spielen durfte. Ich habe mir selbst die Messlatte so gelegt, dass es mein Anspruch ist, so zu performen. Wir haben jetzt noch drei Spiele und ich bin mit meiner Entwicklung zwar zufrieden, aber natürlich geht da noch mehr.

Tim Siersleben im Sommertrainingslager: "Das erste halbe Jahr war nicht so einfach für mich."

Zu Beginn Deiner Zeit bei den Rot-Blau-Weißen hast Du gesagt, dass du „beim FCH gleich ein super Gefühl“ hattest. Hat sich daran, nach fast einer kompletten Saison, etwas geändert?

Das habe ich damals so gesagt und daran hat sich auch nichts geändert. Ich fühle mich hier wirklich rundum wohl und denke nach wie vor, dass es genau der richtige Schritt für mich war und ist. Gerade mit der Rückrunde und der kompletten nächsten Saison, in der ich natürlich wieder komplett angreifen und mich weiterentwickeln möchte, bleibe ich dabei, dass ich hier immer noch ein super Gefühl habe.

Mit „Patte“ und „Hüse“ hast Du in der Innenverteidigung zwei erfahrene Spieler an Deiner Seite. Wie sehr profitierst Du davon täglich im Training, aber auch auf dem Spielfeld in der 2. Bundesliga?

Das ist natürlich super, weil wir uns auch gut verstehen. Es ist wichtig, so erfahrene Spieler neben sich zu haben. Gerade als jüngerer Spieler, der nicht jedes Spiel von Anfang an gespielt hat und auch nicht in diesem Rhythmus ist, war es für mich eine große Hilfe. Gleiches gilt auch für das Training. Von den beiden kann ich mir in puncto Wucht in Zweikämpfen oder beim Kopfballspiel sehr viel abschauen. Deswegen kann man von den beiden nur profitieren.

Tim Siersleben mit Innenverteidigerkollege Patrick Mainka: "Man kann nur profitieren."

Mit nur noch drei verbleibenden Spielen ist der Saisonendspurt längst eingeläutet. Was sind für Euch als Mannschaft und für Dich persönlich die Ziele für die verbleibenden Partien?

Wir wollen das Maximale aus den drei Partien holen. Wir haben noch zwei Heimspiele, die wir natürlich beide gewinnen wollen. Und auch auswärts, wo wir zuletzt nicht viele Zähler geholt haben, wollen wir punkten. Die Saison geht jetzt zu Ende und wir wollen uns für diese Spielzeit natürlich auch belohnen, indem wir mit dem bestmöglichen Platz abschneiden. Ich persönlich möchte der Mannschaft dabei helfen und will jede Chance nutzen, die ich bekomme, und noch mal Vollgas geben – auch schon mit Blick auf die neue Saison.

Beim kommenden Heimspiel ist Fortuna Düsseldorf in der Voith-Arena zu Gast. Im Hinspiel bei den Fortunen standest Du nach Deinem Bänderriss noch nicht wieder im Kader, das Spiel konnte der FCH aber in der Nachspielzeit mit 1:0 gewinnen. Erwartest Du eine ähnlich enge Partie auch am Freitagabend?

Das Hinspiel war eine sehr enge Partie, die durch die Koproduktion von ‚Buschi‘ und ‚Leipi‘ entschieden wurde. So ähnlich wird das Spiel am Freitag auch sein. Das ist nochmal ein letztes Flutlichtspiel in dieser Saison. Gerade im Hinblick auf das vergangene Heimspiel möchten wir auch nochmal zeigen, dass wir es besser können und dass das nur ein schlechter Tag war, den wir gegen Aue hatten. Aber jetzt am Freitagabend, das sind genau unsere Spiele. Wir treffen auf einen sehr guten Gegner, aber wir gehen auf jeden Fall ins Spiel, um es zu gewinnen. Deswegen glaube ich, dass es eine enge Partie sein wird. Aber wir werden alles daransetzen, sie zu gewinnen.

Die Fortuna ist vor allem in letzter Zeit richtig gut drauf und hat unter Daniel Thioune noch keines der zehn Spiele verloren, seit er bei den Rheinländern an der Seitenlinie steht. Was zeichnet Düsseldorf momentan aus?

Wir hatten so eine ähnliche Situation schon mal, als Bremen zu uns kam. Da hatten sie auch zehn Spiele lang nicht verloren und bei uns dann die erste Niederlage kassiert. So ähnlich darf sich das am Freitag dann auch gerne wiederholen. Aber Düsseldorf zeichnet sich als spielerisch gute Mannschaft aus, wie man sie aus den vergangenen Jahren eigentlich schon kennt. Man hätte sie sicherlich nicht so weit hinten in der Tabelle erwartet, auch wenn sie sich mit der Serie jetzt nochmal ein bisschen nach vorne katapultiert haben. Sie haben zudem mit ein, zwei Neuzugängen in der Winterpause an Qualität dazugewonnen. Das ist eine fußballerisch gute Mannschaft, die aber auch körperlich eine enorme Wucht entwickeln kann. Dem gilt es sich am Freitag entgegenzustellen!

Der Niederländer Jordy de Wijs ist einer der angesprochenen Winterneuzugänge und lief bisher zehnmal für die Fortuna auf.