Gegner-Interview

Dennis Diekmeier: "Die machen das echt klasse!"

Sandhausens Kapitän Dennis Diekmeier spricht im Gegner-Interview über seine bisherigen Erfahrungen mit dem 1. FC Heidenheim 1846 und was er beim insgesamt 30. Aufeinandertreffen beider Mannschaften seit der Oberliga für eine Partie erwartet.

Dennis Diekmeier, am vergangenen Wochenende gab es für den SV Sandhausen ein 1:1-Unentschieden gegen den Hamburger SV. Wäre, vor allem angesichts des Spielverlaufs, noch mehr drin gewesen gegen den Aufstiegskandidaten?

Speziell in der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und waren sehr aggressiv. Wir haben uns gute Möglichkeiten erspielt und haben nach unserer Führung sogar noch das 2:0 nachgelegt, was leider als Handspiel gewertet wurde. Ich finde, man muss das nicht unbedingt pfeifen, aber es wurde so entschieden. Wenn wir mit 2:0 in die Pause gegangen wären, hätten wir das Ding meiner Meinung nach komplett auf unsere Seite gezogen. In der zweiten Halbzeit hat es Hamburg gut gemacht und uns immer mehr hinten reingedrückt. Im Großen und Ganzen muss man dann mit dem Punkt leben, aber es war schon mehr drin.

Wie besonders war die Partie als langjähriger HSV-Spieler für Sie noch – auch wenn Sie nun bereits im vierten Jahr beim SVS unter Vertrag stehen?

Für mich bleibt diese Begegnung immer ein besonderes Spiel. Ich habe acht Jahre beim HSV gespielt und neun Jahre in Hamburg gelebt. Auch wenn mittlerweile nicht mehr so viele Spieler da sind, mit denen ich noch zusammengespielt habe, habe ich noch eine große Verbundenheit nach Hamburg. Meine Familie und viele Freunde leben dort oder in der Nähe. Die Zeit beim HSV werde ich nie vergessen.

HSV-Fan mit Diekmeiers Sandhausen-Trikot: "Große Verbundenheit nach Hamburg."

Ein besonderes Spiel steht auch jetzt am Wochenende an: Das kommende Duell zwischen dem 1. FC Heidenheim 1846 und dem SV Sandhausen ist nämlich bereits das 30. Pflichtspiel beider Teams seit der Oberliga gegeneinander. Was verbinden Sie mit dem nächsten Gegner, gegen den Ihre persönliche Bilanz mit drei Siegen und drei Niederlagen komplett ausgeglichen ist?

Wenn man Heidenheim über die Jahre verfolgt hat, muss man festhalten: Die machen das echt klasse! Cheftrainer Frank Schmidt ist bereits seit über zehn Jahren im Amt, es ist Ruhe im Verein und sie leisten sehr gute Arbeit. Das zeigte sich in der jüngeren Vergangenheit auch an den Ergebnissen. Sie waren immer wieder oben dran und auch in diesem Jahr sind sie wieder mit dabei. Also großes Kompliment für die Arbeit, die in Heidenheim geleistet wird!

Was für eine Partie erwarten Sie beim 16. Aufeinandertreffen beider Mannschaften in der 2. Bundesliga am Samstag in der Voith-Arena?

Wir wissen, dass es ein sehr ekliges Spiel werden wird. Es ist schön, dass nun immer mehr Zuschauer in die Stadien kommen dürfen. Dadurch kommt natürlich mehr Stimmung auf und eine Partie kann auch mal etwas hitziger werden. Ich freue mich darauf, dass es nun endlich wieder richtig los geht mit der Atmosphäre im Stadion. Ich kann mich noch gut an die bisherigen Spiele in Heidenheim erinnern: hohe Laufbereitschaft und viele Zweikämpfe. Das müssen wir komplett annehmen und so probieren, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen.

Ein "ekliges Spiel" wie zuletzt in der Voith-Arena? Dennis Diekmeier gegen Jonas Föhrenbach.

Der SV Sandhausen rangiert aktuell auf dem Relegationsplatz zur 3. Liga, hat zuletzt aber eine beeindruckende Serie mit vier ungeschlagenen Spielen in Folge (zwei Remis, zwei Siege) hingelegt. Woher kommt die aktuelle Stärke des SVS?

Wenn man noch weiter zurückblickt, haben wir sogar aus den letzten acht Spielen nur eines verloren. Das ist schon sehr gut und wir müssen dranbleiben. Wir brauchen die Punkte und müssen einfach weitermachen. In den vergangenen vier Spielen haben wir nur ein Gegentor kassiert. Uns zeichnet momentan aus, dass wir defensiv sehr stabil sind und nur wenig zulassen. Man merkt, dass in den letzten Wochen eine Einheit entstanden ist und so müssen wir weiterarbeiten.

Dennis Diekmeier & Co. nach dem Auswärtssieg beim Karlsruher SC Anfang Februar.

In dieser Spielzeit feiert der SV Sandhausen seine zehnjährige Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga, was sicherlich keine Selbstverständlichkeit an diesem Standort ist. Wie groß bewerten Sie die Chancen im Abstiegskampf, dass der SVS auch in der kommenden Saison zweitklassig spielt?

Zehn Jahre 2. Bundesliga für diesen Verein ist einfach geil! Wir haben hier 15.000 Einwohner – von daher großer Respekt, an alle, die mitgewirkt haben, das zu schaffen. Natürlich wollen wir alle in der nächsten Saison unbedingt das elfte Jahr in der 2. Liga spielen. Wir tun alles, um unser Ziel zu erreichen und ich bin sehr optimistisch, dass wir das schaffen. Wir sind auf einem guten Weg.

Diekmeier mit Teamkollege Ajdini: "Uns zeichnet momentan aus, dass wir defensiv sehr stabil sind."