Was macht eigentlich...?

Was macht eigentlich Martin Klarer?

Martin Klarer war fünf Spielzeiten lang einer der Garanten des 1. FC Heidenheim 1846 für die Aufstiege von der Oberliga Baden-Württemberg über die Regionalliga Süd bis in die 3. Liga sowie für die drei wfv-Pokalsiege, ehe er nach der Saison 2011/12 seine Karriere verletzungsbedingt beenden musste. Wir haben uns mit Martin unterhalten und dabei herausgefunden, was der mittlerweile 39-Jährige heute macht.

Seine ersten Spuren im Fußball hinterließ der gebürtige Ulmer Martin Klarer bei seinem Heimatverein, dem SC Staig. Dort durchlief der spätere zentrale Mittelfeldspieler des 1. FC Heidenheim 1846 sämtliche Jugendmannschaften, bis er zur U19 des SSV Ulm 1846 Fußball wechselte. Danach zog es Martin zum 1. FC Nürnberg, wo er fünf Jahre lang in einem Wechselspiel zwischen der ersten und zweiten Mannschaft des „Clubs“ aktiv war, jedoch meistens in der Oberliga Bayern zum Einsatz kam. „Nach fünf Jahren Nürnberg habe ich etwas Neues gebraucht und somit kam mein Wechsel zum FC Ingolstadt zustande“, erklärt Martin seine Entscheidung, den „Club“ zu verlassen heute rückblickend und fügt hinzu: „Leider war ich bei Ingolstadt relativ oft verletzt und habe auch nicht wirklich gut gespielt…“ Insgesamt kam er auf 15 Einsätze bei den „Schanzern“ in der Regionalliga, bevor es in die Oberliga Baden-Württemberg an die Brenz und damit zum FCH ging.

„In gewisser Weise war es ein Schritt zurück. Ich zog wieder zurück zu meinen Eltern in mein Heimatdorf Staig und pendelte mit Andi Spann und Ünal Demirkiran zum Training. Ich dachte auch, dass ich parallel einer normalen Arbeit nachgehen würde. Das kam durch die zwei Aufstiege in den zwei Jahren allerdings komplett anders“,  schildert Martin Klarer lachend seinen Wechsel zum 1. FC Heidenheim 1846. Diesen einen Schritt zurück von der Regionalliga in die Oberliga und die beiden folgenden Schritte nach vorne bis in die 3. Liga fasst der damalige Mittelfeldakteur heutzutage wie folgt zusammen: „Das war der beste Schritt, ich habe es nie bereut und dadurch ist Heidenheim und der FCH eine wirkliche Herzensangelegenheit geworden und ist es heute immer noch.“

"Nicht nur elf Spieler"

Als Erfolgsrezept für den Aufstieg in die Regionalliga (2007/08) und den direkten Durchmarsch in die 3. Liga (2008/09) sowie den Gewinn des wfv-Pokals in der Saison 2007/08 nennt Martin das familiäre Umfeld im Verein: „Die Mannschaft hat zusammengehalten, es waren nicht nur die ersten elf Spieler und dann die Ergänzungsspieler, sondern es war ein verschworener Haufen aus 17 bis 19 Jungs, die letztendlich einen großen Anteil an diesen Erfolgen hatte.“

Martin Klarer im wfv-Pokalfinale 2008 gegen den TSV Crailsheim im Duell mit Rüdiger Rehm, heutiger Cheftrainer des FC Ingolstadt.

Schönste Erinnerung und schwierigster Moment

Die Saison 2008/09 ist für Martin Klarer noch heute die schönste Erinnerung, die er mit dem 1. FC Heidenheim 1846 teilen darf. In dieser Spielzeit wurde Martin nämlich zum Stammspieler unter Frank Schmidt im defensiven Mittelfeld und konnte am Ende der Saison mit dem „verschworenen Haufen“ den Durchmarsch in die 3. Liga feiern.

Danach folgten für Martin und die Rot-Blau-Weißen drei Saisons in der 3. Liga, in denen 2011 und 2012 der wfv-Pokal erneut in Heidenheim seinen Platz fand, ehe in der Saison 2011/12 der schwierigste Moment in Martins Karriere auf ihn wartete. „Die Verletzung, die ich im Heimspiel gegen den VfR Aalen erlitten habe, war rückblickend definitiv mein schwerster Moment. Wegen eines Muskelfaserrisses in der Wade musste ich verletzungsbedingt ausgewechselt werden und dann kam ich nie mehr richtig auf die Füße und musste meine Karriere letztendlich sogar beenden“, erklärt der damals 29-Jährige heute, was ihm zu seinem Karriereende bewegt hat. Danach blieb Martin dem FCH dennoch treu und arbeitete zwei Jahre lang als Co-Trainer der zweiten Mannschaft des 1. FC Heidenheim 1846 unter Wolfram Eitel, bis 2014 die zweite Mannschaft aufgelöst wurde.

Martin Klarers Autogrammkarte in seiner letzten Saison für den FCH 2011/12.

Noch immer befreundet

„Es waren schöne Jahre hier beim FCH, wo man viele Freunde und Bekannte gefunden hat. Es war einfach eine Familie – vom Geschäftsführer über den Trainer bis zur Mannschaft. Das ist auch das Erfolgsrezept beim FCH: Die Personen einbinden, die für den Verein leben, Tag und Nacht dafür arbeiten und dem Erfolg viel unterordnen“, blickt Martin Klarer heute auf die Zeit zurück und erklärt so den stetig anhaltenden Erfolg. Holger Sanwald und Frank Schmidt stehen für Martin Klarer sinnbildlich für den FCH. Beide kennt der frühere Mittelfeldspieler noch sehr gut und sagt: „Sie stehen für das familiäre, aber auch für die kontinuierliche harte Arbeit, die in dem ehrlichen und menschlichen Verein tagtäglich verrichtet wird.“

„Schöne Jahre“ hatte Martin speziell auch mit seinen ehemaligen Teamkollegen Ünal Demikiran, Ingo Feistle und Bastian Heidenfelder, mit denen er heute noch regelmäßigen Kontakt hat. So erzählt Martin auch, dass sich einige aus der damaligen Mannschaft vor den Corona-Zeiten regelmäßig am 23. Dezember in Heidenheim zum „Warten aufs Christkind“ getroffen haben. „Wir waren dann ein wenig gemeinsam unterwegs und haben die Sau rausgelassen“, verrät er schmunzelnd.

Sportlehrer, vier Pferde und die Familie

Nach seiner Karriere als Fußballprofi hat Martin ein Studium zum Fachlehrer in den Fächern Sport und Technik in Schwäbisch Gmünd abgeschlossen und arbeitet mittlerweile in Ehingen an einer Schule als Sportlehrer. Zeitweise trainierte er auch die erste Mannschaft seines Heimatvereins SC Staig, die in der Bezirksliga spielt. Zum Ende der letzten Saison legte er sein Traineramt allerdings nieder, da „der Fußball einfach viel Zeit in Anspruch nimmt. Vor allem am Wochenende, wo ich mich um meine Frau und mein Kind kümmern will.“

Auf die Frage nach weiteren Hobbys abseits des Fußballs antwortet Martin mit einem erschöpften Lächeln: „Im Moment sind die vier Pferde meiner Frau, die direkt am Haus hier in Ehingen stehen, Hobby genug. Das ist sehr zeitaufwendig und da helfe ich meiner Frau und unterstütze, wo es nur geht.“

Mehr als nur unterstützt hat Martin Klarer den FCH in seinen Jahren auf dem Schlossberg. Danke für alles und wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen in der Voith-Arena!

Martin Klarer im FCH Trikot (hier 2009 mit Teamkollege Johannes Meier): "Es waren schöne Jahre."