Was macht eigentlich...?

Was macht eigentlich Erol Sabanov?

Von der Oberliga bis zum Aufstieg in die 2. Bundesliga in nur sieben Jahren – Erol Sabanov war einer der Garanten für den erfolgreichen Aufschwung des 1. FC Heidenheim 1846. Nach seinem Karriereende hat der Torhüter zunächst weiterhin im Profibereich gearbeitet, ist jedoch seit Sommer 2020 bei keinem Fußballverein mehr angestellt. Doch was macht der inzwischen 47-Jährige mittlerweile?

Als Erol Sabanov nach Heidenheim wechselte, hatte sich die Fußballabteilung des Heidenheimer Sportbundes gerade in den 1. FC Heidenheim 1846 abgespaltet. Dadurch, dass Heidenheim „direkt vor der Haustüre lag“, war der Verein dem gebürtigen Aalener bereits seit langem ein Begriff. Doch nur aus einem Begriff wurde mehr. Denn im Juni 2007 wechselte der damals 33-jährige Torhüter an die Brenz, „weil ich heimatverbunden bin und ich mich mit dem Konzept hundertprozentig identifizieren konnte“, so Erol Sabanov heute über seinen Wechsel. Schon damals habe man die Vision gehabt, den Verein irgendwann einmal bis in die 2. Bundesliga zu führen.

Nachdem bereits mit dem Durchmarsch aus der Oberliga über die Regionalliga in die 3. Liga die ersten Aufstiege gelungen waren, stand noch der letzte große Sprung in die zweithöchste deutsche Spielklasse bevor. Nachdem dieser Traum in der Saison 2012/13 mit dem 0:0 am letzten Spieltag gegen die Kickers Offenbach scheiterte, „war das natürlich eine riesige Enttäuschung“, gibt Sabanov zu, ergänzt dann aber: „Für mich war es damals Ansporn, es nochmal mit dem Aufstieg in die 2. Liga zu versuchen und daher habe ich nochmal ein Jahr drangehängt.“ Dieser Ansporn hat sich im Nachhinein betrachtet definitiv gelohnt, denn im Folgejahr sicherte sich der FCH nicht nur den direkten Aufstieg, sondern mit dem Gewinn des wfv-Pokals und der Drittligameisterschaft auch das Double. „Somit war meine Mission erfüllt und mit 40 Jahren gab es sportlich gesehen keinen schöneren Zeitpunkt, ‚Ade‘ zu sagen“, resümiert der ehemalige FCH Kapitän.

"Mission erfüllt": Erol Sabanov (vorne) 2014 als Doublesieger.

Dem Profifußball erhalten geblieben

Nach 20 Jahren im Fußballgeschäft, in denen er beim VfR Aalen, dem 1. FC Saarbrücken, dem SSV Jahn Regensburg, dem SSV Reutlingen und schließlich beim 1. FC Heidenheim 1846 spielte, hatte Erol Sabanov augenscheinlich noch nicht genug vom Profifußball. „Es gab natürlich während meiner Karriere schon Gedankenspiele, wie es für mich persönlich weitergeht und wie ich weiterhin im sportlichen Bereich tätig sein kann“, beschreibt der Familienvater. Letztendlich folgte zunächst der nahtlose Übergang vom Profifußball ins Scouting-Team des FCH.

Zur Saison 2015/16 wechselte Erol Sabanov dann als Torwarttrainer zu den Stuttgarter Kickers, „um neue Erfahrungen zu sammeln“, wie er erzählt. Nach einer Spielzeit hatte Sabanov allerdings eine neue Funktion bei den Kickers inne. „Ein neuer Cheftrainer kam und er wollte mich unbedingt als Co-Trainer beschäftigen. Ich habe diese Aufgabe, die mir sehr viel Spaß gemacht hat, dann angenommen“, berichtet er. Dennoch folgte zur Saison 2017/18 der Wechsel zum SV Sandhausen als Torwarttrainer und im Anschluss die Station beim VfR Aalen bis zum Sommer 2020.

„Ich habe mich für die Familie entschieden“

Seither ist Erol Sabanov vereinslos, was allerdings nicht an fehlenden Angeboten liegt. „Nach meiner Zeit beim VfR Aalen hatte es die Möglichkeit gegeben, weiterhin Profivereine als Torwarttrainer zu begleiten, aber ich habe mich bewusst dafür entschieden, nicht 500 Kilometer von der Heimat entfernt zu sein“, gibt der in der Region ansässige Sabanov Preis und fügt hinzu: „Ich bin sehr heimatorientiert und habe mich nach über 25 Jahren Profi-Dasein für die Familie und die Heimat entschieden.“

Inzwischen ist Erol Sabanov 47 Jahre alt und lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern, die selbst im Sportbereich aktiv sind, in Unterkochen. „Für mich war es einfach wichtig, dass sich jedes Kind sportlich betätigt – egal, ob im Mannschafts- oder Einzelsport“, erklärt der ehemalige Torhüter. Sein 21-jähriger Sohn ist mittlerweile Jugendleiter beim SSV Aalen und seine 17-jährige Tochter nahm bereits an Welt- und Europameisterschaften als Sportakrobatin teil, was auch den Vater freut: „Beide haben ihren Weg, auch im sportlichen Bereich, gemacht und darauf kann man selbstverständlich auch stolz sein.“

Jedoch ist Erol Sabanov nicht nur Familienvater, sondern seit Sommer 2020 auch selbstständig. Er hat eine Torwartschule gegründet, was „natürlich naheliegend ist, wenn man sein Handwerk jahrelang als Torwart und anschließend auch als Torwarttrainer ausgeübt hat“, meint Sabanov, für den das Motto der Torwartschule lautet: „Für die Region aus der Region“. Im Ostalbkreis trainiert er Torhüter verschiedener Altersklassen und gibt sein Wissen und Können sowie seine Erfahrung weiter. Neben dem Torwarttraining, für das sich die Vereine oder Torhüter bei ihm melden können, bietet er dabei auch Leistungs-Camps für Jugend-Torhüter an. „Das macht mir sehr viel Spaß, vor allem weil ich bisher sehr positives Feedback erhalten habe“, resümiert der Torwarttrainer.

Erol Sabanov stand als Kapitän im FCH Kasten.

„Der FCH ist eine Herzensangelegenheit“

Allerdings ist Erol Sabanov nicht nur dem Fußball treu, sondern auch dem FCH stets verbunden geblieben. Mit dem FCH Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald und Cheftrainer Frank Schmidt tausche er sich regelmäßig aus und er schaue sich auch hin und wieder die Spiele der Rot-Blau-Weißen in der Voith-Arena an. „Der FCH ist eine Herzensangelegenheit und das wird er auch immer sein“, gibt der 47-Jährige zu. Zwar habe sich seit seinen Anfangszeiten beim FCH einiges getan, die Werte seien jedoch gleich geblieben, wie er empfindet: „Das Drumherum hat sich sehr verändert, aber das Innenleben des Vereins ist gleich geblieben. Es wird sehr viel Wert auf ein familiäres Miteinander gelegt.“

Dass auch mithilfe dieses Miteinanders am Sonntag gegen Holstein Kiel wieder ein Heimsieg möglich ist, dessen ist sich Erol Sabanov sicher: „Ich glaube, dass der FCH am Wochenende wieder zur Heimstärke und zu alten Tugenden zurückkehrt und auch nach außen hin zeigt, dass er eine Heimmacht ist. Deswegen sage ich, dass der FCH mit 2:0 gewinnt.“

Dieses Ergebnis würde nicht nur Erol Sabanov so unterschreiben, sondern sicherlich auch jeder FCH Fan!

"Herzensangelegenheit" FCH: Erol Sabanov und Frank Schmidt im Jahr 2013 mit dem gewonnenen wfv-Pokal.