Interview Frank Schmidt

Frank Schmidt: "Wir haben die Sinne geschärft!"

Frank Schmidt spricht im Interview über die zurückliegende Länderspielpause nach der Niederlage in Aue und blickt voraus auf das kommende Heimspiel gegen Holstein Kiel. Der Cheftrainer des 1. FC Heidenheim 1846 verrät, was er gegen die „Störche“ für eine Partie erwartet und warum es wichtig sein wird, offensiv die eigenen Stärken auszuspielen.

Frank, die zwei Wochen Länderspielpause sind vorbei. War die Pflichtspielpause seit der Niederlage in Aue eine lange Zeit für Euch?

Das war definitiv eine lange Zeit, aber das war auch gut so, da wir mit der Mannschaft über ein paar grundlegende Dinge sprechen mussten. Es haben also einige Gespräche stattgefunden. Zudem haben wir viel und gut trainiert und haben die Zügel dabei auch angezogen. Nichtsdestotrotz haben wir mit der anstehenden Partie gegen Holstein Kiel jetzt wieder ein Heimspiel vor der Brust. Dabei wollen wir an unsere bisherigen Heimauftritte anknüpfen und wieder eine ansprechende Leistung zeigen.

Frank Schmidt in Aue: "Es war definitiv eine lange Zeit seit der Niederlage."

An welchen Stellschrauben habt Ihr während der Länderspielpause konkret gedreht?

Es gab nicht nur das eine Thema, das wir verbessern mussten. Wir haben auch den ein oder anderen freien Tag gestrichen. Somit konnten wir in allen Bereichen viel arbeiten, auch im Grundlegenden. Wir haben alles, was wichtig für unser Spiel ist, auf den Tisch gebracht. Es war wichtig, sich viel und ehrlich zu unterhalten und parallel ausgiebig zu trainieren, damit sich jeder von uns intensiv mit Fußball beschäftigt. Wir hätten eigentlich alle gern während der Länderspielpause ein freies Wochenende gehabt, aber das wir in der jetzigen Situation einfach nicht angebracht. Ich bin fest davon überzeugt, dass dadurch die Sinne für die fünf noch ausstehenden Spiele in diesem Kalenderjahr geschärft wurden.

Viel gesprochen und viel trainiert: Frank Schmidt und die FCH Profis.

Anders als das Auswärtsspiel im Erzgebirge war das letzte Heimspiel gegen Schalke 04 von Erfolg gekrönt. Kann der 1:0-Heimsieg gegen den Bundesligaabsteiger als Vorlage für das anstehende Heimspiel gegen Holstein Kiel dienen?

Unsere gesamte Heimbilanz ist mehr als ordentlich und ebenso die Art und Weise, wie wir die einzelnen Partien bestritten haben. Gegen Schalke 04 haben wir Ende Oktober bestätigen können, was wir bereits davor gut gemacht haben. Wir wissen, dass wir zu Hause, auch in dieser Saison, ein Stück weit ein anderes Selbstverständnis haben als auswärts und in der Voith-Arena starke Leistungen gezeigt haben. In unseren Heimspielen sind wir auf dem richtigen Weg, den wir weitergehen wollen.

Kommen wir zum Gegner: Holstein Kiel hat nach dem Trainerwechsel zu Marcel Rapp neuen Aufwind bekommen. Wie siehst Du den Saisonverlauf der „Störche“?

An ihrer Situation sieht man mal wieder, wie schwer es ist, wenn man in der Relegation scheitert und davor eine richtig gute Saison gespielt hat. Wir haben das im Jahr zuvor erlebt und waren in einer ähnlichen Situation. Wir haben die Situation in der Folge zwar bewältigen können, aber haben damals auch gesehen, wie schwer es ist, mit der kurzen Sommerpause und der Enttäuschung, den Sprung in die Bundesliga nicht geschafft zu haben, umzugehen. Ähnlich wie wir hatte Kiel im Sommer zudem auch viele personelle Abgänge zu verzeichnen. Es dauert dann einfach seine Zeit bis sich die Prozesse wieder einspielen. Das ändert aber nichts daran, dass Kiel insgesamt eine stark besetzte Mannschaft hat und ein gut geführter Verein ist. Dort herrscht Ruhe, auch jetzt nach dem Trainerwechsel. Holstein Kiel wird sich in der Tabelle wieder Schritt für Schritt nach oben arbeiten. Jetzt am Wochenende aber soll das natürlich noch nicht passieren. Denn wir haben den Anspruch, zu Hause vor unseren Fans die bestmögliche Leistung zu bringen und die Punkte in der Voith-Arena zu behalten.

Fabian Reese und Phil Neumann vom Gegner Kiel: Zuletzt blieben die "Störche" viermal ohne Niederlage.

Gegen traditionell offensivstarke Kieler gab es auch schon torreiche Spiele. Was für eine Partie und was für einen Gegner erwartest Du am Sonntag?

Holstein Kiel ist nach wie vor eine Mannschaft, die auf Ballbesitz ausgelegt ist und offensiv agiert. Sie haben bisher aber noch nicht die Effektivität, die sie in der vergangenen Saison ausgezeichnet hat. Es wird am Sonntag wohl ein Spiel, in dem Kiel mehr den Ball haben und versuchen wird, spielerische Lösungen zu finden. Wir müssen diese Herausforderung taktisch gut verteidigen und unsere Umschaltmomente konsequent ausspielen. Dass wir das können, haben wir schon oft genug bewiesen und auch beim 1:0-Heimsieg gegen Holstein Kiel in der vergangenen Saison ist uns das erfolgreich gelungen. Wichtig wird für uns sein, den Gegner nicht zu dominant auftreten zu lassen – vor allem in den für uns gefährlichen Räumen, also vor unserem eigenen Tor. Dass Kiel in der eigenen Hälfte vermutlich mehr Ballbesitz haben wird als wir, ist einkalkuliert. In der Rückwärtsbewegung müssen wir aber hellwach sein und konsequenter verteidigen als zuletzt in Aue. Offensiv wollen wir unsere Stärken ausspielen und dementsprechend den schellen direkten Weg zum gegnerischen Tor suchen.

Das bisher letzte Heimspiel gegen Holstein Kiel gewann der FCH (hier Tim Kleindienst) im April mit 1:0.