Ausblick

Vor der Länderspielpause geht’s ins Erzgebirge!

Ein Klassiker der jüngeren Zweitliga-Geschichte steht an: Nach dem Schalke-Heimspiel und vor der nächsten Länderspielpause muss der 1. FC Heidenheim 1846 am Sonntag, 7. November (13:30 Uhr), nach Aue ins Erzgebirge – eine traditionell schwierige Aufgabe.

Blickt man auf die Auswärtsspiele des FCH beim FC Erzgebirge Aue, so fällt sofort auf, wie eng die bisherigen Duelle in Sachsen waren. In den insgesamt acht Begegnungen im Erzgebirgsstadion fielen zum einen nie mehr als maximal drei Tore. Zudem wurden die Duelle bis auf einmal, als sich der FCH Ende 2015 mit 2:0 im DFB-Pokal durchsetzen konnte, mit maximal nur einem Tor Unterschied entschieden oder die Spiele endeten Remis. Konkret sieht die Bilanz wie folgt aus: Von sechs Duellen in der 2. Bundesliga in Aue ging nur eines an den FCH (1:0 in der Saison 2018/19), drei endeten Unentschieden (jeweils 1:1) und zwei gewannen die Erzgebirgler (jeweils 2:1 in der vergangenen Saison bzw. 2016/17).

Die genannten Zahlen verdeutlichen, wie herausfordernd die Auswärtsaufgabe für den FCH im Erzgebirge werden wird. Auch wenn man auf das Duell vor rund einem Jahr in Aue zurückblickt, erinnert man sich an eine enge und umkämpfte Partie, die in der ersten Halbzeit noch torlos blieb. Im zweiten Durchgang trafen Malcolm Cacutalua (54.) und Pascal Testroet (79.) für die Gastgeber. Tobias Mohr konnte für den FCH in der 87. Minute nur noch per Foulelfmeter verkürzen. Am Ende stand also eine 1:2-Niederlage. „Unterm Strich sind wir enttäuscht, weil wir von unserer Spielführung und aufgrund der vielen Chancen mehr verdient gehabt hätten“, resümierte damals FCH Co-Trainer Bernhard Raab, der den aufgrund einer Entzündung im Bauchraum fehlenden Cheftrainer Frank Schmidt vertrat.

Früherer Heidenheimer als Torschütze

Auch in dieser Spielzeit taten sich die Gegner im Erzgebirgsstadion zumeist schwer. Belegt Aue in der Auswärtstabelle mit nur zwei Zählern den letzten Rang, liegen die Lila-Weißen in der Heimtabelle mit fünf Punkten auf Platz 14. Zwar musste Erzgebirge Aue gegen den SV Sandhausen, Fortuna Düsseldorf und den SC Paderborn auch bereits drei Heimniederlagen hinnehmen. Trotzdem fällt auf: Gerade gegen die Topmannschaften der Liga, ob zu Hause oder auswärts, konnten die Auer in dieser Saison bereits punkten. Gegen den 1. FC Nürnberg, den FC St. Pauli, den FC Schalke 04 und den Hamburger SV wurde jeweils ein Remis erreicht. Am vergangenen Wochenende fuhr der FCE zudem den ersten Heimsieg der Saison ein. Beim 1:0-Erfolg gegen den FC Ingolstadt war Verteidiger Omar Sijaric, gebürtiger Pfullendorfer und von 2017 bis 2020 im HARTMANN NachwuchsLeistungsZentrum des FCH aktiv, der Torschütze des Tages.

Bitteres Remis gegen den HSV

Speziell das 1:1 gegen den favorisierten Hamburger SV aber dürfte den Sachsen trotz des Punktgewinns auch heute noch in schmerzlicher Erinnerung sein. Führte man durch Antonio Jonjics Kopfball ab der 23. Minute mit 1:0, musste man erst in der vierten Minute der Nachspielzeit mit der letzten Aktion des Spiels den 1:1-Ausgleichstreffer hinnehmen – noch dazu durch ein kurioses Eigentor von Dirk Carlson. „Ich weiß nicht, ob ich schonmal bitterer um einen Sieg gebracht worden bin", gab Abwehrspieler Sören Gonther damals nach der Partie zu Protokoll.

Innenverteidiger Gonther: "Noch nie bitterer um einen Sieg gebracht worden."

Ein alter Bekannter kehrt zurück

Auch, weil der FC Erzgebirge Aue gegen den HSV damals den Heimsieg knapp verpasst hatte, stehen unterm Strich aktuell erst sieben Zähler zu Buche, was Tabellenplatz 17 entspricht. So wurde Aleksey Shpilevski, erst im Sommer Cheftrainer in Aue geworden, nach der 1:4-Niederlage gegen den SC Paderborn am 7. Spieltag entlassen. Seither wurde die Mannschaft interimsweise vom bisherigen Co-Trainer Marc Hensel als sogenannter Team-Chef betreut, in den vergangenen zwei Spielen fungierte zudem Nachwuchsleiter Carsten Müller als Interimstrainer.

Nach dem jüngsten Heimsieg gegen den FC Ingolstadt verkündete Vereinspräsident Helge Leonhard, dass ab 1. November ein alter Bekannter nach Aue zurückkehrt. Pavel Dotchev wird sportlicher Leiter des „Kumpelvereins“ und zudem interimsweise als Cheftrainer eingesetzt. Damit kehrt Carsten Müller auf seine Position im Nachwuchsleistungszentrum zurück, Marc Hensel bleibt Team-Chef der „Veilchen“.

Der 56-jährige Dotchev, der zuletzt als Cheftrainer des MSV Duisburg in der 3. Liga aktiv war, war bereits von Juni 2015 bis Februar 2017 als Chefcoach in Aue tätig. 2016 hatte der Bulgare mit den Lila-Weißen den Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga geschafft, bevor er im Februar 2017 seinen Rücktritt verkündete. „Ich freue mich, dass wir Pavel für diese Position gewinnen konnten“, sagte Präsident Helge Leonhard über die kommende Rückkehr Dotchevs und ergänzte: „Es gibt einen klaren Funktionsplan, den Pavel dann abzuarbeiten hat.“

Kehrt zurück ins Erzgebirge: Pavel Dotchev

Achtes Duell zwischen Pavel Dotchev und Frank Schmidt

Gegen Hannover 96 an diesem Wochenende wird Dotchev also noch nicht auf der Auer Bank sitzen. Am Sonntag, 7. November (13:30 Uhr), dann aber schon, wenn es zum Wiedersehen mit Frank Schmidt kommt. Dotchev war mit Aue, Preußen Münster und dem SV Sandhausen dem FCH und Frank Schmidt bereits siebenmal gegenübergestanden. Die Rot-Blau-Weißen konnten dabei fünfmal gewinnen, einmal wurden die Punkte geteilt und einmal gab es eine Niederlage. Wir sind gespannt auf Duell Nummer acht.