Trainer-Interview Frank Schmidt

Frank Schmidt: "Wir wollen unsere Heimstärke weiter ausbauen!"

Im Interview spricht Frank Schmidt über den jüngsten Auswärtssieg in Sandhausen und die anstehende Aufgabe gegen Darmstadt 98. Außerdem erklärt der FCH Cheftrainer, warum seine Mannschaft auch in dieser Saison wieder über ihre alt bekannte Heimstärke verfügt. 

Frank, am vergangenen Wochenende konnte der 1. FC Heidenheim 1846 beim SV Sandhausen den zweiten Auswärtssieg der noch jungen Saison einfahren. Welche Erkenntnisse konntest Du aus dem 3:1 mitnehmen?

Wir haben insgesamt ein gutes Auswärtsspiel gemacht und in Sandhausen verdient gewonnen. Wir haben uns dort in den Partien zuvor oft schwergetan und häufig waren es im Hardtwald enge Spiele. Aber dieses Mal hatten wir die Begegnung, bis auf die Minuten nach der Pause vor dem Sandhäuser Anschlusstreffer, komplett im Griff. Danach hatten wir noch ein paar Großchancen, die wir hätten nutzen müssen. Natürlich hätten wir dabei noch das ein oder andere Tor mehr erzielen können, was uns zunächst aber nicht gelungen ist. So haben wir es uns ein stückweit schwerer gemacht als nötig. Aber in Summe war ich zufrieden, Verbesserungspotenzial und Arbeit gibt es aber immer für uns.

Frank Schmidt und seine Spieler nach dem Auswärtserfolg des FCH in Sandhausen.

Nun stehen für den FCH zwölf Punkte aus sieben Spielen zu Buche, zuletzt gab es zwei Siege in Folge. Hat Deine Mannschaft damit nun zur Stabilität gefunden und die notwendigen Automatismen verinnerlicht?

Es geht immer auch darum, eine Formation zu finden. Die ist nicht jedes Jahr gleich, die einzelnen Spieler entwickeln sich und es kann immer wieder zu Veränderungen kommen. Dann ist es umso wichtiger, zu einer gewissen Konstanz zu finden. Das haben wir in den vergangenen beiden Partien gesehen, in denen wir nahezu mit der identischen Startformation aufgelaufen sind – es gab dabei lediglich einen Wechsel in der Anfangself. Natürlich ist es unser Ziel, eine gewisse Stabilität in unsere Formation und in unser Spiel zu bekommen. Aber wir waren in keiner einzigen Partie der Saison bisher unterlegen, andererseits aber auch meist nicht klar überlegen. So ist eben die 2. Liga, es kommt immer auf Kleinigkeiten und wenige Momente an. Man darf während des Spiels nie nachlassen und muss immer hellwach sein. Auch bereits vor dem Spiel in Sandhausen haben wir uns genug Torchancen erspielt. Dabei haben uns aber des Öfteren Effizienz und Effektivität gefehlt. In Sandhausen haben wir dann auswärts drei Tore gemacht. Das reicht als defensivstarkes Team dann in der Regel auch, um solch ein Spiel zu gewinnen.

Am Freitag kommt der SV Darmstadt 98 in die Voith-Arena. Wie schätzt Du den Gegner ein, bei dem der FCH in der Rückrunde der Vorsaison auswärts eine deutliche 1:5-Niederlage hinnehmen musste?

Die Niederlage von damals ist abgehakt und längst aufgearbeitet. Die Darmstädter Mannschaft ist jetzt eine andere und hat mit Torsten Lieberknecht seit dieser Saison einen neuen Cheftrainer. Ich kenne ihn sehr gut und man muss ihm ein Kompliment machen, wie er sich von den anfänglichen Problemen durch Corona, als ihm zu Saisonbeginn viele Spieler gefehlt haben, nicht hat beeinflussen lassen. Die „Lilien“ haben zu Hause zuletzt drei Spiele in Folge gewonnen und dabei elf Tore erzielt. Aber nicht nur vor heimischem Publikum haben sie zuletzt mit starken Leistungen aufhorchen lassen.  Auch den Punkt auswärts beim HSV beispielsweise haben sie sich verdient. Die Mannschaft bringt sehr viel Physis und Körpergröße mit. In der Innenverteidigung haben sie mit Lasse Sobiech und Patric Pfeiffer zwei Spieler mit einer Größe von 1,96 Meter, davor spielt mit Klaus Gjasula ein Sechser mit 1,90 Meter. Vorne verfügen sie mit Luca Pfeiffer und Phillip Tietz zudem auch über Stürmer, die an die zwei Meter heranragen. Gegen diese physische Präsenz ist es als Gegner grundsätzlich schwierig, Chancen herauszuspielen.

Mit Innenverteidiger Lasse Sobiech und weiteren Spielern verfügt der SVD über große Physis.

Wie wird also die Herangehensweise des FCH gegen diesen Gegner aussehen?

Wir müssen defensiv wieder sehr stabil stehen und im Spiel nach vorne jederzeit in der Lage sein, unsere Torchancen zu nutzen. Die „Lilien“ werden kompakt auftreten, was uns wiederum Geduld abverlangen wird. Wir müssen einen anderen spielerischen Ansatz wählen, bei dem uns lange hohe Bälle wohl nicht weiterhelfen werden, da die Darmstädter in der letzten Linie extrem kopfballstark sind. Deshalb haben wir uns in dieser Woche damit beschäftigt, wie wir unser Spiel anlegen und wie wir agieren wollen, um die gegnerische Abwehr in Bewegung zu bringen und dort Lücken zu finden. Bei eigenen Ballverlusten müssen wir, wie in jedem Spiel, aber extrem aufpassen, weil die Darmstädter dann in der Lage sind, schnell und direkt nach vorne zu spielen. Mit Mathias Honsak haben sie für diese Situationen einen Spieler, der in der vergangenen Partie gegen Dresden gezeigt hat, welches Tempo und welche Geradlinigkeit er dafür mitbringt. Diesen Herausforderungen müssen wir uns stellen und sie meistern, um am Ende den Platz als Sieger zu verlassen.

"Wir haben uns damit beschäftigt, wie wir unser Spiel gegen Darmstadt anlegen wollen" - Frank Schmidt im Training (hier mit FCH Profi Tim Seifert)

Der FCH wiederum konnte mit dem 2:1-Erfolg gegen Dynamo Dresden vor zwei Wochen den ersten Heimsieg der Saison einfahren. Wurde damit die traditionelle Heimstärke wiedergefunden?

Das muss man etwas differenzierter betrachten. Den ersten Heimsieg haben wir in dieser Saison zwar erst im vierten Heimspiel vor zwei Wochen gegen Dynamo Dresden errungen. Bei den drei Unentschieden in der Voith-Arena davor aber waren wir jeweils näher dran am Sieg als der Gegner. Damals hat uns aber die bereits angesprochene Effektivität gefehlt und dann kann es passieren, dass man ein Spiel nicht gewinnt – wie eben gegen den Hamburger SV, Hansa Rostock und den SC Paderborn. Wichtig war aber auch, dass wir besagte Spiele nicht verloren haben. Also müssen wir gar nicht zu unserer Heimstärke zurückfinden, da wir sie bereits seit dem ersten Spieltag bewiesen haben. Natürlich wollen wir aber an den jüngsten Heimsieg gegen Dynamo Dresden anknüpfen und uns weiterentwickeln. Dann werden wir diese Heimstärke, die wir schon früh in der Saison angedeutet haben, noch weiter ausbauen können.

Der FCH beim Sieg gegen Dynamo Dresden: "Wir haben unsere Heimstärke bewiesen."