FCH Spielerporträt

Tim Seifert: "Die Emotionen und die Lautstärke auf dem Platz sind nochmal etwas ganz Anderes!"

Zu dieser Saison schaffte Tim Seifert den Sprung aus dem HARTMANN NachwuchsLeistungsZentrum zu den FCH Profis und debütierte direkt am 2. Spieltag beim FC Ingolstadt. Im Spielerporträt verrät der erst 19-Jährige, was seine Gedanken vor der Einwechslung waren und welche Unterschiede es zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Heidenheim 1846 gibt.

„Wirklich jetzt? Wirklich ich?“, fragte sich Tim Seifert beim vergangenen Auswärtsspiel in Ingolstadt, als er etwas mehr als fünf Minuten vor Spielende zur Bank gerufen wurde, um eingewechselt zu werden. Aber dann ging alles relativ schnell. „Ich stand vor dem Trainer, der mir noch ein paar motivierende Worte auf den Weg gab, und war bereit für die Einwechslung“, beschreibt der Defensivspieler die Sekunden vor seinem Debüt in der 2. Bundesliga.

Die Grundlage für dieses Debüt des gebürtigen Illertisseners wurde schon sehr früh gelegt. Mit erst fünf Jahren fing „Seife“, der seinen Spitznamen von Trainer Frank Schmidt erhielt und damit „ganz gut Leben“ kann, bei seinem Heimatverein TSV Buch mit dem Fußballspielen an, bevor er per Zufall im Blickfeld des FC Bayern München landete, wie Tim erzählt: „Mein Vater hat mich aus Spaß bei einem Talenttag angemeldet und gemeint, dass ich dort nur mal ein bisschen kicken soll und dann war’s das.“ Dass es bei nur ein bisschen kicken nicht blieb, lag daran, dass der Linksfuß in die Auswahl der Top 20 von etwa 220 Kindern kam. „Daraufhin kam der FC Bayern auf mich zu und wollte mich direkt in die Jugendmannschaft aufnehmen, aber ich war noch viel zu jung, um in diesem Alter immer zu pendeln“, blickt der heute 1,83 Meter große Verteidiger zurück. Stattdessen ging es damals zum SSV Ulm 1846 Fußball, der zu dieser Zeit eine Kooperation mit Bayern München hatte und von dort in die Münsterstadt geschickt wurde.

 

Tim Seifert bei seinen ersten Trainingseinheiten mit den FCH Profis während der Sommer-Vorbereitung.

Der Rekordmeister klopft erneut an

Fünf Jahre später stand dann ein Wechsel zum FC Augsburg an, doch erneut hatte der deutsche Rekordmeister seine Finger im Spiel, berichtet Tim: „Bayern München hat von meinem geplanten Wechsel nach Augsburg erfahren, bei mir angerufen und wollte mich erneut verpflichten.“ Statt in den Nachwuchs des FC Augsburg ging es dann für den damals 13-Jährigen, der bereits „Bayern-Fan von klein auf“ ist, in die U14 der Münchner. Zum Jugendtraining in die bayerische Landeshauptstadt pendelte „Seife“, der dort vom 122-fachen Bundesligaspieler Danny Schwarz trainiert wurde, und musste für die Hin- und Rückfahrt insgesamt drei Stunden mit einem Shuttlebus fahren. „Das war schon eine harte Belastung“, erzählt „Seife“ und ergänzt: „Ich bin länger im Bus gesessen, als dass ich trainiert habe.“ Hinzu kam in dieser Zeit noch die tägliche Zugfahrt, als es nach Ulm in die Schule ging.

Für Tim Seifert, der sich selbst als offenen und witzigeen Typen beschreibt, der für jeden Spaß zu haben ist, ging die Reise 2018, nach einem Anruf von Nils Weng (Organisatorischer Leiter im HARTMANN NLZ) bei Tims Vater und einem gelungenen Probetraining, schließlich beim FCH in der U17 weiter. Für den FCH Nachwuchs wurde er aus München ursprünglich als Linksverteidiger geholt, spielte in der U17 aber als Innenverteidiger und wurde nach einem Trainerwechsel bis zum Ende seiner Jugendlaufbahn letztlich im defensiven Mittelfeld eingesetzt.

„Aktuell würde ich sagen, dass ich auf der Sechs am liebsten spiele, weil ich das jetzt fast drei Jahre durchgehend gemacht habe. Aber ich bin da flexibel und auch mit der Links- oder Innenverteidigerposition sehr zufrieden“, sagt Tim, der anfangs beim FCH weiterhin von zu Hause aus pendelte, bevor er im ersten Jahr der U19 ins Internat zog.

Neben seiner Position sieht der 19-Jährige, der Ende August in Nattheim seine erste eigene Wohnung beziehen wird, jedoch noch andere Unterschiede zwischen dem FC Bayern München und den Rot-Blau-Weißen. „Beim FCH würde ich das Training viel intensiver einschätzen und es geht auch mehr über die Mentalität und Zweikampfhärte. Bei Bayern München steht vielmehr der Kombinationsfußball von hinten nach vorne im Vordergrund. Dort würde man den Ball am liebsten noch ins Tor tragen“, schmunzelt Tim.

Unsere neue Nummer 36 aus dem HARTMANN NachwuchsLeistungsZentrum: Tim Seifert.

Die ersten Schritte bei den Profis

Gegen Ende des letzten Jahres der U19 war es dann soweit: Nachdem „Seife“ eine Woche lang bei den Profis mittrainieren durfte, folgte nur kurze Zeit später der erste Profivertrag. „Ich konnte es gar nicht richtig glauben und war erst einmal sprachlos“, erinnert sich der Fan jeglicher Art von Ballsportarten zurück und gibt zu: „Als ich es dann verarbeiten konnte, habe ich mich natürlich gefreut. Es war ein richtig geiles Gefühl, endlich diesen Schritt geschafft zu haben, auf den man schon so lange hinarbeitet!“ Beim FCH erhielt „Seife“ die Nummer 36, die bereits eines seiner Idole bei den Rot-Blau-Weißen trug. „Früher war mein Vorbild immer Cristiano Ronaldo, jetzt sind es aber Niklas Dorsch und Alphonso Davies.“

Neben der Nummer 36 bekam Tim zudem direkt ein paar gute Tipps von Julian Stark und Melvin Ramusovic, die er noch aus dem HARTMANN NLZ kennt, wurde aber auch gut von den restlichen Jungs aus dem Team, die „genauso respektvoll zu mir, wie zu allen anderen“ sind, aufgenommen. Auf dem Platz merkte „Seife“, zu dessen hauptsächlicher Schwäche laut eigener Aussage sein rechter Fuß zählt, direkt deutliche Unterschiede: „Was ich sofort gemerkt habe, war natürlich das Körperliche: Alles ist viel stabiler und geht viel schneller als in der Jugend.“

Nichtsdestotrotz konnte „Seife“ bereits in den Testspielen seine Stärken, die Ruhe mit dem Ball und die Aggressivität gegen den Ball, unter Beweis stellen und wollte dies schließlich auch bei seinem Profidebüt zeigen. „Bei meiner Einwechslung habe ich mir vorgenommen, dass ich in den verbleibenden gut fünf Minuten jedes Duell für mich entscheide.“ Gepusht haben ihn dabei Oliver Hüsing, Tobias Mohr und Norman Theuerkauf, die noch ein paar motivierende Worte an ihn richteten, aber auch seine Eltern sowie seine Freundin, die auf der Tribüne saßen und ihn anfeuerten. „Es ist natürlich schön, wenn deine Familie dich so unterstützt und zu jedem Spiel mitkommt“, freut sich „Seife“ und meint: „Das und die Emotionen bzw. die Lautstärke, die nochmal etwas ganz Anderes als in einem Testspiel sind, motivieren mich am meisten!“

 

Tim Seifert: "Was ich sofort gemerkt habe, war natürlich das Körperliche."

Wir hoffen, dass unser Neuzugang aus dem HARTMANN NLZ, der sich vor wichtigen Spielen Motivationsvideos anschaut, diese Emotionen und diese Lautstärke auch schon bald vor unseren Fans in der Voith-Arena auf dem Rasen erleben wird und wünschen Dir weiterhin viel Erfolg, „Seife“!

Der Steckbrief unserer Nummer 36 Tim Seifert

Vorname: Tim              

Nachname: Seifert

Position: Abwehr                 

Größe: 1,83 Meter

Gewicht: 71 Kilogramm         

Nationalität: Deutsch

Geburtstag: 25. Juni 2002

Starker Fuß: Links

Beim FCH seit: Juli 2018